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Don Farrago

Dienstag, 21. August 2007

TV-Tipp: Woodstock auf Arte

Zum Ausklang des Specials "Summer of Love" präsentiert Arte heute Abend (und am Freitag Nachmittag) das absolute Highlight der Serie: den Film "Woodstock – 3 Days of Peace and Music" im Director's Cut.

Dieser fast vierstündige Film dokumentiert (teilweise im damals bahnbrechenden Split-Screen-Verfahren) das spektakulärste Open-Air-Concert aller Zeiten, das im August 1967 Geschichte schrieb und über 400.000 Musicfans anlockte. Er wirft einen Blick hinter die Kulissen des Kult-Events und bietet ein Wiedersehen mit Jimi Hendrix, The Who, Janis Joplin, Santana, The Ten Years After, Joe Cocker, Crosby, Stills and Nash, Country Joe and The Fish, John Sebastian, Joan Baez, Richie Heavens, Canned Heat, Jefferson Airplane und anderen Koryphäen der Rock- und Bluesszene.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack mit Jimi Hendrix und seiner legendären "Coverversion" der amerikanischen Nationalhymne:


Der Film läuft im Original mit deutschen Untertiteln und beginnt heute (am 21. August) um 20.40 Uhr, also unbedingt vormerken! Und als kleinen Trost für all diejenigen, die heute nicht dabei sein können, gibt es am Freitag, dem 24. August um 14.30 Uhr, eine Wiederholung.

Ein absolutes "must see"!!!


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Sonntag, 1. Juli 2007

Arte-Special: Summer of Love (2.7. bis 21.8.)

Arte meint es in diesem Sommer besonders gut mit allen Alt-Hippies und all denjenigen, die sich für den Zeitgeist der späten 60er Jahre ein Plätzchen im Herzen bewahrt haben: Vom 2.7. bis zum 21.8. präsentiert Arte ein zig-stündiges "Dauer-Special" über diese Zeit, die eine ganze Generation geprägt hat und bis heute nachwirkt.

In diesem einzigartigen Mix aus Festival- und Konzertmitschnitten, Spielfilmen und Dokumentationen lässt Arte das Lebensgefühl dieser Zeit wieder auferstehen. Und da wird so manche(r) coole(r) 16jährige sagen: "Wow, da wär ich auch gern dabei gewesen!"

In meinem Artikel über das Monterey Pop Festival, das im Juni 1967 das Schlagwort "Summer of Love" prägte, habe ich ja schon einen kleinen "Vorgeschmack" auf diese Zeit gegeben. Und daher freut es mich besonders, dass Arte dieses Thema aufgegriffen und fernsehgerecht aufbereitet hat… ;-)! Schon die Programmvorschau macht neugierig, und dieser 15minütige Trailer macht erst recht Lust auf mehr!

Mein Tipp: ansehen und/oder Aufnahmen rechtzeitig vorprogrammieren! So was gibt's so bald nicht wieder!



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Samstag, 23. Juni 2007

Tschüss, Katrin!

Gestern ging eine Ära zu Ende: Katrin Bauerfeind, die charismatische Alpha-Frau des Internet-TV, hat sich endgültig von Ehrensenf verabschiedet. Am 19.6. moderierte sie ihre letzte reguläre Senfung, am 22.6. nahm sie in einem selbstgebastelten Filmchen Abschied von ihren Fans. Und Ehrensenf macht jetzt erst mal bis zum 2. Juli Sommerpause.

Natürlich war es abzusehen, dass eine Frau vom Format der Katrin B. nach den Grimme Online Awards 2006 und 2007, dem New Media Award 2007, diversen Moderationen, Reportereinsätzen bei 1Live und Gastauftritten im TV sich irgendwann Richtung Mainstream-TV verabschieden würde. Und das ist auch ihr gutes Recht – schließlich kam sie dem virtuellen Wendehammer der Ehrensenf-Sackgasse immer näher.

Dennoch hinterlässt sie eine Riesen-Lücke – für mich war sie das Gesicht von Ehrensenf schlechthin. Und ich bin nicht der Einzige, der ihr nachtrauert, wenn ich mir die Hunderte von Kommentaren anlässlich ihrer letzten Senfung anschaue...

Wie es jetzt mit Ehrensenf weitergeht, bleibt abzuwarten. "Radikal wird das Konzept nicht geändert. Es kann aber gut sein, dass es ein paar Veränderungen geben wird“, sagt Produzent Ralf Bender und kündigt ein neues, zusätzliches Format an. Und: "Wir hoffen, jemanden zu finden, der genauso talentiert ist wie Katrin", gibt sich Produzentin Carola Haase-Sayer optimistisch. Das hoffen mit ihr die Ehrensenf-Fans. Und in der Zwischenzeit sucht Ehrensenf noch "Moderationstalente (m/w) mit Sinn für Humor und Überstunden! Dauerhafte Wohnmöglichkeit im Kölner Raum erforderlich!"

Katrin, es war 'ne geile Zeit mit dir! Ich wünsche dir, dass du so authentisch bleibst und dich demnächst nicht (zu sehr) von Quoten- und Kommerz-Vorgaben vereinnahmen lässt. Da sehe ich nämlich eine gewisse Gefahr, wenn ich mir deine Berater anschaue! Und ich kann mir nichts Übleres vorstellen, als dich zum Beispiel beim New York Marathon wiederzusehen – als Wasserträgerin für Raab-Wasserträger Elton…

In diesem Sinne: Good luck, think twice – and seeya!


"Nachruf" auf Katrin in der FAZ


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Dienstag, 13. März 2007

Japanische Befindlichkeiten #2

Bekanntlich verreisen Japaner gern, doch auch im Urlaub stehen sie stets unter immensem Zeitdruck, wenn sie ihr Programm in der vorgegebenen Zeit durchhecheln müssen. Da bleibt natürlich kaum Zeit für Sprach- und Landeskundevorbereitungen. Wie hilfreich ist da doch eine kurze, prägnante Einführung in die Sprache und die soziokulturellen Gegebenheiten der gewählten Urlaubsregion - und in die Gefahren, die in fremden Gefilden auf sie lauern...



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Japanische Befindlichkeiten #1

Dass in japanischen Fernsehshows extreme Sachen an der Tagesordnung sind, gegen die die RTL-Ekelshow "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" wie eine Waisenkinder-Geburtstagsparty wirkt, ist hinlänglich bekannt. Doch diese "Mutprobe", in der ein Show-Kandidat mit einem Octopus ringt, zeigt, dass die Grenzen wohl noch lange nicht erreicht sind...



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Montag, 5. März 2007

Wer Montag Abend nicht Pro7 guckt...

...ist selber Schuld! Alles, was sich dabei vor 22.15h und nach 23.15h auf Pro7 abspielt, ist reine Geschmackssache. Das allerdings, was in diesem Zeitfenster geboten wird, ist ein Muss für alle Liebhaber des skurrilen Humors und der anarcho-sarkastischen Weltsicht.

22.15h: Switch Reloaded

In dieser lange erwarteten Neuauflage der Erfolgsserie "Switch" werden wieder Promis jeder Couleur vom genialen Team um Bernhard Hoëcker gnadenlos durch den Kakao gezogen. Glanzleistungen der Maskenbildnerkunst und Sprüche vom Feinsten versprechen Unterhaltung pur.

In dieser Staffel ziehen in 200 Sketchen rund 460 Charaktere flashartig am verdutzten Zuschauer vorbei (auch "unser" Papst wurde dabei nicht ausgelassen – er wird Reinhold Beckmann einen Besuch abstatten).

Leider ist eines der beliebtesten "standing features" aus "Switch" nicht mehr dabei ("Hoëcker, Sie sind raus!"), aber auch so lässt sich nach den Trailern eine gepflegte Verarsche erwarten. (Fotos: Pro7)

22.45h: Stromberg

Und danach ist es endlich so weit: Bernd Stromberg, der selbsternannte Durchblicker unter den Entscheidungsträgern, der fieseste Vorgesetzte aller Zeiten, der Bürorüpel vom Dienst, lässt uns ab 22.45h wieder über seine Schulter und in seine verquere, sarkastische Denke blicken.
Seit Ende der letzten Staffel hat er allerdings nicht müßig herumgesessen, sondern hat hart daran gearbeitet, um die Quintessenz seiner Erfahrungen und seines Wissens auch an weniger versierte Chefs, Führungstalente und Vertreter des beruflichen Fußvolks weitergeben zu können.

So hat er sein eigenes Wörterbuch "Chef-Deutsch / Deutsch-Chef" erarbeitet, das inzwischen bei Langenscheidt herausgekommen ist. Sein Kern-Motto: Wer oben bleiben will, muss schließlich das Chef-Vokabular und die Chef-Allüren beherrschen. Nur Volltrottel fallen die Leiter wieder hinunter. Erste Grundregel für Chefs: "Buckeln immer nach oben, treten immer nach unten". Sagt der Chef also zum Beispiel zu einem Angestellten "Meine Aufgaben haben absolute Top-Priorität", so meint er ganz klar: "Bevor Sie wieder an Ihre Arbeit gehen, erledigen Sie meine; und zwar ordentlich!"

Oder: Ein Mitarbeiter braucht Hilfe und bittet seinen Chef um Unterstützung. Der heuchelt: "Jederzeit gerne, leider muss ich jetzt in ein wichtiges Meeting ..." Tatsächlich meint er: "Belästigen Sie mich bloß nicht mit Ihren Pillepalle-Problemen!" Und seinen Kollegen in den Chefetagen gibt er den Tipp: "Ein Vorgesetzter schreit erstens nie ohne Grund – und zweitens immer mit freundlichem Unterton."


Wie er seinen Führungsstil in die Praxis umsetzt, daran lässt uns Stromberg aka Christoph Maria Herbst ab heute (22.45h auf Pro7) wieder großzügig teilhaben.

Also, unbedingt vormerken: Montag 22.15 – 22.45h "Switch" und danach von 22.45 – 23.15h "Stromberg"!!!


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Samstag, 24. Februar 2007

ABC macht Rückzieher: Borat zu radikal für Oscar-Moderation

Noch am 15. Januar hatte der britische Schauspieler Sacha Baron Cohen während der Übertragung seiner Dankesrede bei den Golden Globe Awards als Borat die Einschaltquoten in die Höhe getrieben. Jetzt weigerte sich Cohen, die Academy Awards zu moderieren, weil ihm von den Produzenten der Oscar-Show untersagt wurde, bei der Moderation in die Rolle seines Alter Ego Borat zu schlüpfen.

Ursprünglich war Cohen von ABC für die Moderation vorgesehen gewesen, doch er bestand darauf, die Zeremonie als Borat zu präsentieren. Nachdem in den Vorjahren die Radikal-Comedians Chris Rock (2005) und Jon Stewart (2006) durch die Show geführt hatten, wollte man es diesmal bei der Zeremonie etwas "neutraler" zugehen lassen.

Also entschied sich ABC für die seichtere Variante: Jetzt wird die pflegeleichte US-Komikerin und Talkshow-Moderatorin Ellen deGeneres die Show moderieren, die mit folgender Aussage Punkte sammelte: "Es geht um den richtigen Ton, und das bedeutet für mich, nicht beleidigend oder gemein zu sein."

Damit steht uns mal wieder eine langweilige Oscar-Präsentation ins Haus, und die erhofften Rekord-Einschaltquoten für ABC werden wohl ausbleiben. Nicht zuletzt deswegen, weil auch ich es mir jetzt verkneifen werde, mich Montag Morgen (ab 2.00 Uhr, Pro7) vor die Glotze zu hocken...


PS: Alle Details zur Oscar-Verleihung und zu den Nominierungen gibt es hier.


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Mittwoch, 21. Februar 2007

Sonya Kraus zu "schlüpfrig" für Stafan Raab?

Kürzlich war Sonya Kraus mit ihrer geballten Proll-Erotik bei "TV Total" zu Gast und stellte dort  ihren "ultimativen Love-Guide" vor. Dabei laberte sie den sonst doch so schlagfertigen Stefan Raab dermaßen in Grund und Boden, dass ihm seine noch verbliebenen Haare zu Berge standen.

Welt Online gibt heute einen tieferen Einblick in diese Sternstunde des Late Night TV:

Der arme Stefan Raab: Es gibt Gäste, die sind ihm selbst nicht so recht geheuer. Im kurzen schwarzen Kleidchen positionierte sich Sonya Kraus bei "TV total“ auf dem speckigen braunen Ledersessel, warf ihre blonde Mähne keck zurück und bekam den Mund nicht mehr zu.
Wie es zugehen kann, wenn die blonde Sonya mal die Regie ergreift, zeigt dieses frühere Beispiel eines Auftritts bei TV Total:


Merke: Auch Stefan R., die Kodderschnauze der Nation, hat's manchmal nicht so leicht...

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Freitag, 16. Februar 2007

Milli Vanilli: Eine "Erfolgsstory" wird verfilmt

Wer erinnert sich nicht an Songs wie "Girl You Know It's True" von Milli Vanilli? Im Oktober 1991 "enthüllte" der Produzent der Gruppe Milli Vanilli, Frank Farian, eine der aufsehenerregendsten Betrugsaktionen der Popgeschichte: Das erfolgreiche Duo hatte keine einzige Note selbst gesungen und nur zu dem Gesang von Profi-Sängern die Lippen bewegt.

Die Presse sprach seinerzeit von "zwei Vocal-Gangstern", die ihre Fans betrogen hätten. Die Band musste ihren Grammy zurückgeben, den sie 1990 als bester Newcomer erhalten hatte, es kam zu Prozessen und Schadensersatzforderungen. Milli Vanilli hatten vorher mehrere Number-1- und Top-10-Hits gelandet und zählten zu den absoluten Großverdienern im Popgeschäft. Nach der Enthüllung kam der tiefe Fall für Fabrice Morvan und Robert Pilatus. Morvan arbeitete danach als Französischlehrer und Rundfunkmoderator, Pilatus geriet auf die schiefe Bahn und nahm sich 1998 nach zahlreichen Drogenexzessen das Leben.

Nun wird die Geschichte um die beiden schillernden "Strohsänger" verfilmt. Das Drehbuch stammt von Jeff Nathanson ("Rush Hour 2", "Rush Hour 3", "Catch Me If You Can"), der auch Regie führen wird. Produziert wird der Film von Kathleen Kennedy, und auch Fabrice Morvan arbeitet an der Produktion mit.

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch hier schon wieder der pfiffige Frank Farian seine Finger im Spiel hat. An dem Verkauf der Rechte verdient er mit Sicherheit gut mit, und wenn der Film nur halbwegs ein Erfolg wird, setzt bestimmt wieder ein Run auf die alten Milli-Vanilli-Hits ein... denn: Sooo schlecht war die Musik schließlich nicht!

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Sonntag, 4. Februar 2007

Zurückgeblickt: Rico Mielke und die Wildschweine

Ich habe mich ja schon bei verschiedenen Gelegenheiten als Fan von Hape Kerkeling geoutet. Gestern Abend beim Zappen habe ich nun gerade noch das Ende einer Glanzleistung von HPK mitbekommen, die ich mir dann unbedingt noch mal im Netz heraussuchen musste.

Zum Hintergrund: Im Jahre 2000 hatte der Berliner CDU-Rechtsaußen und Ex-Innensenator Heinrich Lummer in seiner Streitsendung "Auf den Punkt Berlin" beim Lokalsender TV Berlin einen Kleingärtner und einen Vertreter des Forstamts zum Thema "Wildschwein-Plage im Grunewald" geladen. Wie dann aber Hape als schnurrbärtig-renitenter Laubenpieper Rico Mielke gegen alle Regeln des Anstands verstieß und schließlich die Sendung regelrecht sprengte, war einfach phänomenal.

Für alle Liebhaber des gepflegten Anarcho-Humors also hier noch einmal das komplette Video: Rico Mielke, der Wildschweinhasser... Enjoy!





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Freitag, 26. Januar 2007

Hape Kerkeling erhält Grimme-Preis 2007 für sein Lebenswerk

Wie WEB.DE berichtete, wird Hape Kerkeling bereits im "jugendlichen" Alter von 42 Jahren für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Diese besondere Ehrung wird ihm im März 2007 anlässlich der Grimme-Preis-Gala in Marl verliehen.

"Zu seinem Spektrum gehören der schnelle Witz, die tückische Freundlichkeit, die freche Aufdringlichkeit und die entwaffnende Respektlosigkeit", fasste Ulrich Aengenvoort, Verbandsdirektor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, der den Grimme-Preis 1964 ins Leben rief, Kerkelings auszeichnungswürdige Qualitäten zusammen. Darüber hinaus ist Kerkeling noch für einen Spezialpreis in der Kategorie "Unterhaltung" nominiert, hier insbesondere für die Verkörperung seines Alter Ego Horst Schlämmer.


Einen ausführlichen Überblick über Hapes Werdegang und seine kreativen Höhepunkte habe ich bereits in meiner Geburtstagswürdigung gegeben; dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Neu ist allerdings, dass Horst Schlämmer gerade dabei ist, seinen Führerschein zu machen. Vielleicht fährt er dann ja schon im eigenen Wagen am Marler Stadttheater vor, um sich seine Trophäe(n) abzuholen...

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Montag, 15. Januar 2007

Großes Kino für Nachteulen

Gestern Abend habe ich zum xten Mal "Casablanca" gesehen – und es war wie immer ein Genuss! Da hat die ARD doch tatsächlich keine Kosten und Mühen gescheut, ihren Zuschauern anlässlich des gestrigen 50. Todestages des großen Humphrey Bogart, dieses kleinen, lispelnden, zur Kahlköpfigkeit neigenden Mannes, dieses bekennenden Trinkers mit Hut, Zigarette und Knittergesicht, eine 24teilige Film-Retrospektive zu kredenzen.

Bereits am 23.12.2006 um 0.00 Uhr begann der filmische Reigen mit "Wir sind keine Engel" (der Komödie über die Flucht von der Teufelsinsel) von 1955, den Abschluss bildet dann am 06.02.2007 um 2.55 Uhr die Krimikomödie "Ein Nachtclub für Sarah Jane" von 1940.

Da sind doch unsere Zwangsabgaben an die GEZ mal gut angelegt – sollte man meinen. Bei einem Blick hinter die Kulissen allerdings stellt man dann fest, dass die ARD 23 dieser 24 Filme auf Sendeplätzen nach Mitternacht bzw. am frühen Morgen versteckt hat.

Da könnte ich doch glatt aus der Haut fahren! Wofür füttern wir eigentlich die GEZ, wenn nur ausgesprochene Nachteulen in den Genuss dieser Bonbons kommen??? Eine Frechheit ist das!!! Und da komme mir keiner mit dem Vorschlag: "Das kannste doch aufnehmen!"

PS: Noch eine Randbemerkung in Sachen "Casablanca": Das wohl häufigste und abgedroschenste Filmzitat aller Zeiten ("Schau mir in die Augen, Kleines!") beruht auf einer Fehlübersetzung. Eigentlich müsste es heißen "Ich seh' dir in die Augen, Kleines" (im amerikanischen Original "Here's looking at you, kid"). Soviel Besserwisserei muss sein... ;-)


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Sonntag, 7. Januar 2007

Breaking News - der Hintergrund

In der Vorweihnachtszeit hatte Anchorfrau Katrin Bauerfeind von Ehrensenf TV ihre Zuschauer aufgefordert, durch reichliche Zusendung von Nikoläusen und Weihnachtsmännern die ansonsten eher schlichte Studio-Atmosphäre des Kultsenders ein wenig aufzupimpen. Die Ernte dieser Aktion steht jetzt in vier liebevoll zusammengestellten Paketen auf Ebay zur Versteigerung bereit.

Katrin packt ein...

Als kleines Schmankerl gibt es für jeden erfolgreichen Bieter noch einen der gefragten Original-Ehrensenfschals und ein Kombi-Autogramm von Katrin und Hund Perro obendrauf. Der gesamte Erlös fließt in eine Ehrensenf-Partnerschaft bei Plan Deutschland ein, einer internationalen Hilfsorganisation für Kinder. Bis Dienstag (9.1.2007) nachmittags kann noch kräftig mitgeboten werden.

Also haut ordentlich in die Tasten für den guten Zweck!
Und nicht vergessen: Morgen ist Ehrensenf nach der kreativen Weihnachts- und Neujahrspause endlich wieder auf Senfung!!!


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Dienstag, 12. Dezember 2006

Frank "The Voice" Sinatra

Heute vor 91 Jahren wurde der Mann geboren, auf den alle denkbaren Superlativen der populären Musik Anwendung fanden. Im Laufe seiner 60-jährigen Karriere gelang es ihm, seinen unverkennbaren Stil zu bewahren und trotz gegenläufiger Trends immer an der Spitze des kommerziellen Erfolgs zu bleiben. So geriet er zu einem der wichtigsten Charaktere im amerikanischen und internationalen Musikgeschäft. Mit über 1800 Songaufnahmen, 60 Filmrollen, neun Grammys und einem Oscar sprengte dieser Mann alle Rekorde der Unterhaltungsbranche. Von 1955 bis 1995 war ein Sinatra-Song wöchentlich in den Billboard Charts vertreten.

Das Vorbild aller Entertainer wurde als Sohn eines Feuerwehrmanns am 12. Dezember 1915 unter dem Namen Francis Albert Sinatra in Hoboken, New Jersey geboren. 1933 wohnte er einem Konzert seines Idols Bing Crosby bei und war derart hingerissen, dass er beschloss, Sänger zu werden. Sein Vater war jedoch dagegen und mahnte "Singing is for sissies!". Noch vor seinem Abschlussjahr verließ der junge Frank aber die High School, um eine Karriere als Musiker zu beginnen. Zunächst finanzierte er sich als Kopierer bei einer lokalen Zeitung. Im Herbst 1935 gründete er die Gesangsgruppe "The Hoboken Four", die gelegentlich auch im Radio auftrat. Sinatra hatte derzeit auch einen Job als singender Kellner im "Rustic Cabin" in Englewood, New Jersey. Im Frühjahr 1939 entdeckte ihn Trompeter Harry James im Radio, nachdem er gerade Benny Goodman verlassen hatte, um seine eigene Big Band zu gründen. Gemeinsam mit James machte Sinatra seine erste Plattenaufnahme am 13. Juli 1939. Über 180 weitere Aufnahmen sollten in den nächsten 50 Jahren folgen.

Im selben Jahr heiratete er seine High School-Liebe Nancy Barbato. Aus der Ehe stammen die drei Kinder Nacy, Frank jr. und Tina. Sinatra wechselte in dieser Zeit zu dem erfolgreicheren Bandleader Tommy Dorsey. Diese Zusammenarbeit bescherte dem amerikanischen Publikum in den nächsten zweieinhalb Jahren 16 Top Ten Hits, darunter auch "I'll Never Smile Again", der später in die Grammy Hall Of Fame aufgenommen wurde. In jener Zeit spielten Dorsey und Sinatra in vielen Radioshows, Sinatra trat mit der Band in seinen ersten Filmen "Las Vegas Nights" und "Ship Ahoy" auf.

Im Frühjahr 1942 sah sich Sinatra bereit, eine Solokarriere in Angriff zu nehmen und nahm eine Session von vier Songs alleine auf, darunter der Cole Porter Klassiker "Night And Day". Hier begann die für Sinatra typische noch über 50 Jahre dauernde Karriere, denn an dieser Stelle nahm er seinen Thron als größter Interpret der amerikanischen Klassiker (Irving Berlin, George Gershwin, Richard Rogers und Cole Porter) ein. Seine Auftritte im Paramount Theater in New York bescherten ihm den Status als erstes amerikanisches Teenager-Idol, als Bobby-Sox-tragende High School-Mädels heulend und kreischend den Saal unsicher machten. Während diser Phase erhielt er von seinen Fans den liebevollen Spitznamen "The Voice".

Eine beispiellose Solokarriere sollte es werden. Sinatra drückte einigen amerikanischen Klassikern seinen unvergleichlichen Stempel auf. Jeder Song, den er interpretierte, wurde in Zukunft zum Evergreen. Darunter finden sich die Hymne an den Big Apple "New York, New York", "Strangers In The Night", "White Christmas", "Moon River", "Love And Marriage" und der legendäre Dauerbrenner "My Way". Sinatra war während dieser Periode fester Bestandteil des amerikanischen Radios und seine Silhouette lächelte und sang den romantischen Amerikaner von der Leinwand her an. Sinatras smarte blaue Augen glänzten auf den Technicolor-Plakaten für jeden Amerikaner und wurden zu seinem Markenzeichen. "Ol' Blue Eyes" sollte sein Spitzname werden. 1945 wurde das Musical "Anchors Aweigh" ("Urlaub in Hollywood") mit Gene Kelly zum erfolgreichsten Film des Jahres, nicht zuletzt wegen Sinatras swingender Songs.

Sinatra personifizierte mit seiner Gesangskunst die Swing-Ära der Nachkriegszeit. Anfang der 50er Jahre überschatteten jedoch gesundheitliche und private Probleme erstmals seine Laufbahn. Wegen einer Affäre mit Sexbombe Ava Gardner ließ sich Sinatra 1951 von seiner langjährigen Frau Nancy scheiden, um mit der Filmdiva vor den Traualtar zu treten. Im folgenden Jahr erkrankte er schwer an den Stimmbändern und seine Plattenproduktionen lagen zunächst auf Eis. Zu allem Überfluss feuerte ihn seine Agentur MCA. Zwar beschrieben Sinatras Biografen die 50er Jahre oft als Tiefpunkt seiner Gesangskarriere, jedoch verkaufte er nun so viel Platten wie nie zuvor. Das 56er Album "Songs For Swinging Lovers" dominierte 66 Wochen die Charts, obwohl die Seuche "Rock n' Roll" in Gestalt von Elvis Presley in Amerika wütete. Auch später, Mitte der 60er Jahre, als die Beatles über den großen Teich drängten, waren Sinatras Songs in den Charts vertreten.

Aber Sinatra gab nie auf und kämpfte. 1953 ging er bei Columbia Pictures hausieren und erreichte, dass Fred Zinnemann ihn für seinen Film "From Here To Eternity" ("Verdammt in alle Ewigkeit") anheuerte. Für die Rolle des GI Angelo Maggio zahlte ihm die Filmgesellschaft schlappe 8.000 Dollar - ein Taschengeld im Vergleich zu den
150.000 Dollar pro Film, die er davor erhielt. Der Sinatra-Way zahlte sich aus: Oscar für die beste Nebenrolle. Diese unerwartete Auszeichnung öffnete ihm die Türen zu anspruchsvolleren Produktionen in Hollywood und er wurde fortan nicht nur wegen seiner Stimme engagiert. Er schreckte danach auch vor schwierigen Rollen wie "The Man With The Golden Arm" ("Der Mann mit dem goldenen Arm") nicht zurück, einer Geschichte über einen Heroinsüchtigen. Gleichzeitig drehte er aber auch weiter Komödien und Musicals. Kollegen und Kritiker attestierten ihm gleichermaßen ein herausragendes schauspielerisches Talent.

In den 60er Jahren kam Sinatras Talent als Geschäftsmann verstärkt zum Vorschein. Er gründete sein eigenes Label "Reprise Records" und toppte die Charts mit Alben wie "Nice And Easy" und "Strangers In The Night". Er begann sein Geld in Immobilienfirmen, Casinos, Rennbahnen und Industriebetriebe zu investieren. Nebenbei gingen die unvergesslichen Las Vegas-Performances mit seinen Dean Martin, Sammy Davis Jr., Peter Lawford und Joey Bishop in die amerikanische Entertainment-Geschichte ein.

The Rat Pack

Die Filmkomödien wie "Ocean Eleven" ("Frankie und seine Spießgesellen") oder "Robin And The Seven Hoods" ("Sieben gegen Chicago") mit seinen "Rat Pack"-Gefährten wurden allesamt Kassenschlager. In dieser Zeit wurde ihm auch ein zweifelhafter Ruf zuteil, als er mit den Präsidentenfamilie Kennedy anbandelte. Damals unterstützte er JFK's Wahlkampf mit dem Titelsong "High Hopes". Gerüchte kursierten, dass es Sinatra gewesen sein soll, der
Kennedy seiner Mätresse vorstellte, dieselbe Frau, die auch Tisch und Bett mit Mafiaboss Sam Giancana teilte. Die Gerüchte wurden nie bestätigt, jedoch haftete den Geschäften Sinatras immer ein anrüchiger Beigeschmack an.

Der freigiebige Geist Sinatras war jedoch weniger oft Thema in der Presse. Er spendete Millionen an Hilfsorganisationen und oft schickte er anonym Geld an Bedürftige, von deren Misere er in den Medien gehört hatte. Er war es auch, der in der McCarthy-Zeit gegen die Schwarzen Listen Hollywoods kämpfte und verbannte Filmschaffende auf seine Lohnliste nahm. Er war auch ein offener Gegner des Rassismus und verhalf farbigen Talenten wie Sammy Davis Jr. erst zum Erfolg.


Seine privaten Affären waren aber immer für eine Schlagzeile gut. Nach seiner Scheidung von Ava Gardner 1957 stand Sinatra am Rande eines Selbstmords. Kritiker behaupteten, dass seine Songs zu dieser Periode mit mehr Emotionen gefüllt waren, als je zuvor. Im Jahre 1966 kam es zur skandalösen Heirat mit Mia Farrow. Sinatra war damals 50, seine Frau unschuldige 20. Freund Dean Martin kommentierte spöttisch: "In meiner Hausbar steht Scotch, der älter ist als Mia Farrow!". Der eheliche Bund dauerte nur zwei Jahre, die Freundschaft mit Mia blieb aber bestehen. Als beispielsweise Mitte der 90er Jahre bekannt wurde, das Woody Allen eine Affäre mit Farrows Adoptivtochter hatte, war es Sinatra, der eine Belohnung für denjenigen auslobte, der Allen die Beine brechen würde. 1976 ankerte Sinatra dann endgültig im Hafen der Ehe mit Barbara Marx, der ehemaligen Frau von Komiker Zeppo Marx (einem der Marx-Brothers).


Sinatra wurde auch künftig nachgesagt, er besäße die Konstruktionspläne für den amerikanischen Popsong. Selbst in den späten 60er Jahren waren Sinatras Songs und Alben in den Billboards vertreten. Jedoch tat er sich sichtlich schwerer, gegen die jugendlichen Rockbands zu bestehen. 1969 komponierte Paul Anka eigens den Gassenhauer "My Way" für seinen Freund Frank. Dieses Lied wurde zu seinem Markenzeichen und er spielte es am Ende eines jeden Konzerts. Im Frühjahr 1971 kam dagegen die unerwartete Meldung, Sinatra wolle sich in den Ruhestand zurückziehen. Um so überraschender wurde dieser Ruhestand 1973 mit dem Album "Ol' Blue Eyes Is Back" vorzeitig wieder aufgehoben. Es wurde jedoch sichtlich ruhiger um den alternden Entertainer, er konzentrierte sich vornehmlich auf seine Liveauftritte in den großen Las Vegas-Shows.

1977 gelang ihm sein letzter großer Hit mit "New York, New York", dem Titelsong zum gleichnamigen Film. In den 90er Jahren nahm der swingende Rentner noch die geniale Platte "Duets" auf, eine Sammlung alter Klassiker, die er im Duett mit anderen populären Musikern einspielte, darunter auch Bono von U2. Für den Nachfolger "Duets II" gewann er 1995 seinen letzten Grammy. 1995 zog er sich 80-jährig endgültig aus dem Showbusiness zurück. Drei Jahre später am 14. Mai 1998 starb Frank Sinatra an einem Herzanfall.


Trotz aller schmutzigen Wäsche, die in den Medien über Frankieboy gewaschen wurde, seine Karriere war außergewöhnlich und gilt als exemplarisch für die Verwirklichung des "Amerikanischen Traums" im Showbusiness. Eines bleibt letztlich festzustellen: Sinatra ist und bleibt der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich Musikfans rund um den Globus einigen können.

Quelle: laut.de


Well, Frankie: you did it your way... and you made it big!


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Samstag, 9. Dezember 2006

Hape Kerkeling

Heute feiert ein echtes Ruhrpott-Pflänzchen Geburtstag: Hape Kerkeling. Er wurde am 9.12.1964 in Recklinghausen geboren, dieser schönen Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, die neben ihm noch solche Größen wie Walter Giller, Werner Hansch, Horst Jüssen, Renate Künast, Ralf Möller, Frank Busemann und, nicht zu vergessen, auch mich hervorgebracht hat.


Auf seinem langen Weg von Hannilein über Siggi Schwäbli zu Horst Schlämmer hat er es trotz seiner "Jugend" bereits geschafft, sich als Urgestein und Ikone der deutschen Unterhaltungsszene zu etablieren. Als was will man ihn eigentlich bezeichnen – als Comedian, Moderator, Entertainer, Showmaster, Schauspieler und neuerdings auch Schriftsteller? Er hat von allem etwas, und was ich an ihm besonders schätze, ist die Nonchalance, die souveräne Unbefangenheit, die kompromisslose Konsequenz, mit der er auf andere Leute zugeht – mal charmant, mal dreist, mal als er selbst, mal in einer perfekt ausgefüllten Rolle.


Seine "Kerkeling von Radio Bremen"-Interviews im Bundestag und beim Wiener Opernball, seine Rollenspiele als Königin Beatrix,


als Frontman der finnischen "Boygroup" R.I.P. ULI bei VIVA, als Kammersänger mit dem "Hurz"-Effekt sind nach wie vor Highlights aus der Kreativität eines Mannes, der Blößen anderer aufzeigt und den Entlarvungsfinger auf die Ego-Schwachstellen des Normalbürgers sowie gewählter oder selbsternannter Promis und Fachleute legt.


Preise hat er satt eingeheimst – vom Adolf-Grimme-Preis und Bambi über den Bayerischen Fernsehpreis, die Goldene Europa, die Goldene Kamera, die Bronzene Rose von Montreux, den Telestar, den Deutschen Fernsehpreis bis hin zum Deutschen Comedy-Preis wurde er in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Seine Kino-Projekte sind umstritten, sein literarischer Ausflug mit "Ich bin dann mal weg" in diesem Jahr ist beachtenswert (wenn auch diskussionswürdig), aber immer bleibt er glaubhaft und authentisch.


Seinem derzeitigen Alter Ego Horst Schlämmer, dem schnappatmenden "Ich-hab-Kreislauf"-Reporter des Grevenbroicher Tageblatts, hat er so viel Substanz und Leben eingehaucht,


dass dieser mittlerweile eine eigene Homepage hat. Genial waren z.B. Schlämmers Auftritt bei "Wer wird Millionär"-Jauch und das Rededuell, das er sich anlässlich der Verleihung des Deutschen Comedy-Preises 2006 mit seiner Laudatorin "Ricky" (gespielt von Anke Engelke) lieferte.


Herzlichen Glückwunsch zum 42. Geburtstag, Hape! Ich bin gespannt, was du noch so im Ärmel hast!


Links:

Königin Beatrix (Video)
R.I.P. ULI auf VIVA (Video)
Hurz .. der Wolf, das Lamm.. (Video)
Hurz (Fun-Flash-Movie)

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Freitag, 1. Dezember 2006

Woody Allen

Obwohl der am 1. Dezember 1935 in New York geborene und in dieser Stadt verwurzelte Woody Allen in den USA weniger Ansehen genießt als in Europa, ist er künstlerisch für Amerikas Kultur ein Markenzeichen wie Coca-Cola oder Boeing für die US-Wirtschaft. Deshalb ist es Allen noch immer möglich, Jahr um Jahr Filme zu machen, die sich fast nie auf den vorderen Rängen der jeweils aktuellen Kassenhits platzieren können, aber bei denen sich auch teure Stars um die Mitwirkung reißen.

Woody Allen, Sohn eines eingewanderten jüdisch-russischen Diamantenschleifers, wuchs als Richard Allen Konigsberg in New York auf. In der Schulzeit begeisterte er sich für Basketball, Baseball und Boxen, daheim führte er immer einen Cricket-Schläger mit sich, was ihm den Spitznamen "Woody" einbrachte.

Schon mit 17 schrieb er kurze satirische Beiträge für das Magazin "New Yorker", bald danach - die Universität konnte sein Interesse nicht gewinnen - arbeitete er als Gagschreiber fürs Fernsehen. Ab Mitte der 1950er Jahre verdiente er sein Geld als schüchtern-linkisch auftretender Stand-Up-Comedian.

1965 wurde sein erstes Drehbuch für die Sexkomödie "What's New Pussycat?" in Szene gesetzt. Bald aber produzierte Allen selbst Filme, in Personalunion als Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Regisseur, zunächst mit witzig-übermütigen Komödien voller verbaler Gags wie "Woody, der Unglücksrabe" (1969), der Revolutions-Satire "Bananas" (1971) und der wunderbaren Krieg-und-Frieden-Persiflage "Die letzte Nacht des Boris Gruschenko" (1974). Beim deutschen Publikum erregte Allen erstmals 1972 großes Aufsehen mit seinem dritten Werk, das einen der längsten und witzigsten Titel der Filmgeschichte hatte: "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten".

Zu Allens größten tragikomischen Erfolgen zählen "Der Stadtneurotiker" (1976, Oscars für Drehbuch und Regie), die Hommage an "sein" New York "Manhattan" (1978), "Stardust Memories" (1980), "Broadway Danny Rose" (1983) und der warmherzig-wehmütige Abgesang an die große Zeit des Rundfunks "Radio Days" (1987). Nachdenklich-stille Kammerspiele wie "Hannah und ihre Schwestern" (1986, Oscar für das Drehbuch), "September" (1987) und "Alice" (1990) demonstrieren den "anderen" Woody Allen, der Strindberg, Ibsen und Tschechow als seine Vorbilder genannt hat. Oftmals besetzte er seine Lebenspartnerinnen Diane Keaton und Mia Farrow mit Hauptrollen. In seinem Film "Melinda und Melinda" (2004) erzählte er parallel die gleiche Geschichte als Komödie und Tragödie - wie viele große Komiker offenbart auch Allen eine oft melancholisch-pessimistische Weltsicht: "Gott ist witzig", verriet der begeisterte Hobby-Jazzklarinettist, "es wäre nur schön, wenn uns jemand mal seine Pointen erklären könnte."

Sein neuestes Werk mit dem aussagekräftigen Titel "Untitled Woody Allen Projekt" kommt 2007 in die Kinos, aber schon arbeitet er an seinem nächsten Film "Untitled Woody Allen Spain Project". Eben unermüdlich, der Mann...

Herzlichen Glückwunsch zum 71. Geburtstag, Woody! Und danke für die vielen Stunden des Vergnügens und der Besinnlichkeit, die du uns mit deinen Filmen beschert hast!

Artikel in der F.A.Z. zum 70. Geburtstag 2005

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Mittwoch, 29. November 2006

George Harrison; Cary Grant

George Harrison

Ungewöhnliches begab sich am 29. November 2001 vor dem Buckingham Palace: Beim Wachwechsel spielte die Militärband ein Medley von Beatles-Melodien. Und am Tag darauf erschien das Londoner Massenblatt The Mirror ganz in schwarz und titelte: "Von der Queen bis zum Milchmann, alle trauern um George."

George Harrison, geboren am 25. Februar 1943 in Liverpool, starb im Alter von nur 58 Jahren in Los Angeles an Lungenkrebs. Er galt stets als der "stille" Beatle, weil er als Leadgitarrist und Background-Sänger häufig hinter dem dominanten Songschreiber-Duo Lennon-McCartney zurückstehen musste. Dennoch künden 22 Beatles-Titel auch von seinen Songschreiber-Qualitäten, darunter "While My Guitar Gently Weeps" und "Here Comes The Sun". Für Frank Sinatra z.B. war Harrisons "Something" (1969 auf "Abbey Road") "das schönste Liebeslied der letzten fünfzig Jahre". Nach McCartneys "Yesterday" ist "Something" bis heute der am häufigsten gecoverte Beatles-Song.

Nachdem George 1965 den indischen Sitar-Spieler Ravi Shankar und mit ihm die indische Musik kennen gelernt hatte, war er die treibende Kraft hinter der – wenn auch vorübergehenden – Beschäftigung der Beatles mit dem Hinduismus und brachte die Sitar in das Klangspektrum der Beatles mit ein. Er selbst fand über die Hare-Krishna-Bewegung seinen persönlichen Weg zum Hinduismus, aus dem er bis zu seinem Lebensende seine starke psychische und seelische Kraft bezog.

Nach der Trennung der Beatles hatte Harrison den erfolgreichsten Neubeginn als Solomusiker. Er veröffentlichte 1970 "All Things Must Pass", das erste 3-fach-Album der Popgeschichte und gleichzeitig das erfolgreichste Album eines Ex-Beatles. Es enthielt den Hare-Krishna-Superhit "My Sweet Lord" und verkaufte sich rasch drei Millionen Mal. Allerdings gab es später einen moralischen Tiefschlag, als ein amerikanisches Gericht "My Sweet Lord" als (unbewusstes) Plagiat des Songs "He's So Fine" von den Chiffons einstufte. Wenige Wochen nach Harrisons Tod wurde der Song als Single neu aufgelegt - und erreichte sofort Platz eins der britischen Hitparade.

1971 organisierte er zu Gunsten der Opfer einer Überschwemmung das "Concert for Bangladesh", an dem unter anderem Ringo Starr, Bob Dylan, Eric Clapton und Ravi Shankar teilnahmen. Danach ging es mit seiner musikalischen Karriere bergab, und er widmete sich anderen Tätigkeitsfeldern. Unter anderem finanzierte er mit seiner Produktionsfirma "Handmade Films" Monty Pythons "Das Leben des Brian" und die Beatles Satire "The Rutles: All you need is Cash".

Erst 1987 feierte Harrison ein überraschendes Comeback. Sein Album "Cloud Nine" enthält mit der Single "I got my Mind set on you" einen Top-Hit. Gemeinsam mit Jeff Lynne, Bob Dylan, Tom Petty und Roy Orbison gründete er 1988 die "Travelling Wilburys", eine "Super Group", die weltweite Erfolge feierte.

Am 30. Dezember 1999 wurde Harrison in seinem Schloss in Henley-on-Thames von einem Psychopathen niedergestochen und schwer verletzt. Das Einschreiten seiner Frau Olivia rettete ihm das Leben. Es gelang ihr, den Angreifer zu überwältigen, indem sie ihn in Notwehr mit einem Lampenschirm niederschlug.

Ein Jahr nach seinem Tod, am 29. November 2002, fand zu seinem Gedenken das legendäre "Concert for George" in der Londoner Royal Albert Hall statt. Bei diesem Konzert traten Freunde und musikalische Weggefährten auf. Zusammen mit seinem Sohn Dhani Harrison spielten unter anderem Eric Clapton, Jeff Lynne, Gary Brooker, Joe Brown, Tom Petty und auch Paul McCartney und Ringo Starr bei diesem Konzert.

George, thank you for the music!

My Sweet Lord Live on YouTube

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Cary Grant

Natürlich gebietet die Chronistenpflicht auch den Hinweis auf Cary Grant, den sympathischen Hollywood-Schlacks, der heute vor 20 Jahren starb.

Mehr als 70 Filme hat er in seiner langen Karriere gedreht – Schmachtfetzen, Abenteuerfilme, Komödien und Thriller (--> Filmographie). Oft standen ihm dabei Spitzenregisseure zur Seite, wie Howard Hawks ("Leoparden küsst man nicht", 1938), Frank Capra ("Arsen und Spitzenhäubchen", 1944) und Alfred Hitchcock ("Über den Dächern von Nizza", 1955). Und auch die Frauen, mit denen er drehte, konnten sich durchaus sehen lassen: Marlene Dietrich, Grace Kelly, Ingrid Bergmann und Katherine Hepburn dekorierten seinen filmischen Werdegang.

Am 29. November 1986 erlitt er einen Schlaganfall und starb noch in derselben Nacht, knapp zwei Monate vor seinem 83. Geburtstag.

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