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Don Farrago

Donnerstag, 9. April 2009

Only the best die young: Jacques Brel zum 80. Geburtstag

Am 8. April 1929 wurde der geniale Chansonnier Jacques Brel geboren - eine Legende, nicht nur in Belgien! Hier eine kleine Retrospektive zu seinem 80. Geburtstag mit einigen seiner besten Lieder.

Nach einem recht (klein-)bürgerlichen Lebenseinstieg verlässt der Jung-Sozialist 1953 seine Frau und seine beiden Töchter und zieht vom langweiligen Flandern nach Paris, um seinen Traumberuf zu verwirklichen: Er will Chansonnier werden. Zunächst trägt er in kleineren Clubs und auf Variété-Bühnen seine poetischen und sozialkritischen Chansons vor, ab 1958 stehen ihm dann auch die großen Show-Bühnen offen.

Im Pariser Olympia entfacht er Wellen der Begeisterung, und der Pariser "Figaro" nennt ihn bald schon einen "Orkan namens Brel". Auftritte in der französischen und belgischen Provinz, in Tokio, Montreal, London, New York und in der Sowjetunion folgen. Wenn er, brav mit Seitenscheitel und meist im Anzug, auf der Bühne loslegt, verschwimmt jegliches Ambiente um ihn herum: Jacques Brel singt seine Chansons nicht, er lebt sie auf der Bühne. Der "Spiegel" schreibt über ihn:

"Empathisch und ungestüm wie ein singendes Tier hat sich der Belgier Brel seinem Publikum dargeboten. Brel grimassierte und fuchtelte, wenn er vors Publikum trat, und er sang dabei mit pathetischem Elan, mal frivol und salopp, mal larmoyant, oft verhalten, meist aggressiv und bisweilen auch mit sehr viel Geschmack fürs Makabre von seinem flämisch-flachen Land, vom Amsterdamer Hafen, von den Armen, den Kumpels, der Verlassenheit und der "nächsten Liebe", von "Marieke", "Clara", "Titine" und "Mathilde". Er verhöhnte - immer in ausverkauften Häusern und oft unter Polizeischutz vor allzu stürmischen Brel-Fans - in seinen skeptischen "Psychodramen mit vorbeugender Wirkung" die flämischen Nationalisten,... die bigotten alten Weiber... den Snobismus, die Intoleranz und besonders gern die biederen Bürger..."

Neben seinen Chansons widmet er sich seiner Tätigkeit als Rezitator im Rundfunk, schreibt eine Oper ("Le voyage dans la lune"), steht in seiner eigenen französischen Fassung des Musicals "Der Mann von La Mancha" auf der Bühne und wirkt in mehreren Filmen ("Wir sind alle Mörder", "Mont-Dragon", "Die Filzlaus") mit.

Nach einem Tournee-Marathon von 440.000 (!) Kilometern sucht Brel wieder nach neuen Lebensperspektiven und verkündet 1966, im Alter von 37 Jahren, seinen baldigen Abschied vom Tourneebetrieb. 1968 steht er zum letzten Mal in "Der Mann von La Mancha" auf der Bühne, 1974 bricht er alle Brücken zum Showgeschäft ab und zieht sich in die Südsee auf die Marquesas-Inseln zurück. 1977 nimmt er nach 10 Jahren Pause seine letzte Langspielplatte auf, die kurz vor seinem Tode 1978 erscheint und in Frankreich einen erneuten Brel-Boom auslöst.


Am 9. Oktober 1978 stirbt er im Alter von nur 49 Jahren in einer Klinik bei Paris an Krebs. Only the best die young....

Zur Erinnerung an diesen fantastischen und charismatischen Chansonnier hier drei seiner beeindruckendsten Lieder:

Amsterdam

Ne me quitte pas

Quand on a que l'amour

PS: Für alle, die J.B. lieben: Jeweils nach Ende der eingebetteten Videos gibt es im Video-Fenster Vorschau-Links zu weiteren Chansons!



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Montag, 29. Dezember 2008

Zum Todestag von Rainer Maria Rilke: Der Panther

Am 29. Dezember 1926 verstarb Rainer Maria Rilke (eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker und Dichter, im Sanatorium Valmont sur Territet bei Montreux.

Zum Jahrestag seines Todes habe ich drei Arrangements seines Gedichtes "Der Panther im Jardin des Plantes, Paris" herausgesucht, wie sie unterschiedlicher nicht sein können – doch jedes ist auf seine Art in Bild und Ton faszinierend und ausdrucksstark. Hier zunächst das Gedicht selbst (aus "Neue Gedichte", 1902/1903):

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Und hier die erste Interpretation, arrangiert von YouTube-Userin NightyNomad:

---> Link

Und auch Udo Lindenberg hat es sich nicht nehmen lassen, dem Panther auf seine Art Leben einzuhauchen:

---> Link

Und schließlich noch ein Arrangement aus dem Rilke-Projekt "Bis an alle Sterne", mit der Musik von Richard Schönherz & Angelica Fleer und gesprochen vom unvergleichlichen Otto Sander, der sich mit seiner sonoren, unverwechselbaren Stimme den Beinamen "The Voice" verdient hat:

---> Link

NB: Die Audio-CD des Rilke-Projekts kann ich übrigens jedem, der Rilke mag, nur warm ans Herz legen!


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Samstag, 5. April 2008

Herbert von Karajan zum 100. Geburtstag

Am 5. April 2008 wäre Herbert von Karajan 100 Jahre alt geworden. Am 30. April 1982 dirigierte er das Jubiläumskonzert zum 100. Geburtstag der Berliner Philharmoniker.

Anlass genug, sich noch einmal Beethovens 3. und 5. Sinfonie aus diesem Konzert in voller Länge anzusehen und anzuhören!

L. v. Beethoven, 3. Sinfonie in Es-Dur, op. 55 ("Eroica"):

L. v. Beethoven, 5. Sinfonie in C-Moll, op. 67 ("Schicksalssymphonie"):

PS: Ich habe oft das Gefühl, dass sich gepflegte klassische Vinyl-Musik der Deutschen Grammophon heute immer noch besser anhört als die gleiche Musik von CD. Oder ist es bloß der Nostalgie-Faktor, der den LP-Hörgenuss über Kopfhörer ausmacht? Ich bin mir da nicht sicher...


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Donnerstag, 6. März 2008

Wish you were here, David Gilmour!

He's 62 today, he's still going strong, and forget about his pregnancy belly: so what! He was Pink Floyd's strings. Their voice. Their heart. Their soul.

Just watch his performance on 30th May 2006 in London, surrounded by friends – at one of those places where music's bound to survive, the Royal Albert Hall!


Wish you were here...


Happy birthday David!



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Sonntag, 2. März 2008

2. März: Die Qual der Wahl

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem sich eine Fülle von Blog-Themen anbietet – und ich bin mir absolut unschlüssig, worauf ich näher eingehen sollte. Da wären zunächst einmal zwei von mir hoch geschätzte Musiker, die heute Geburtstag haben: Lou Reed (geb. 1942) und Jon Bon Jovi (geb. 1962). Seinen 60. Geburtstag würde heute Rory Gallagher feiern, der leider schon im Juni 1995 seine Stratocaster endgültig abgeben musste. Und auch der Komponist Friedrich (Bedřich) Smetana, der am 2. März 1824 geboren wurde, wäre einige Zeilen wert.

Oder sollte ich vielleicht lieber was über den umstrittenen Schriftsteller D. H. Lawrence schreiben, der am 2. März 1930 starb? Oder über Heinrich von Kleist, dessen Stück "Der zerbrochne Krug" heute vor 200 Jahren in Weimar uraufgeführt wurde (und von zeitgenössischen Kritikern verrissen wurde, obwohl Geheimrat Goethe höchstselbst Regie führte)?

Wie gesagt, ich bin mir unschlüssig. Vielleicht arbeite ich ja stattdessen doch weiter an Beiträgen, die schon länger auf Eis liegen. Da wäre zum Beispiel mein Artikel "Die Feuchtgebiete der Charlotte Roche im Spiegel der aktuellen Axe-Werbung". Oder mein Reisebericht "Deutschland um 1900 – was Ansichts-Postkarten erzählen".

Mal gucken… Vielleicht mache ich ja auch heute einfach mal 'ne Pause…


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Montag, 11. Februar 2008

Sergej M. Eisenstein, das russische Regie-Genie

Vor 60 Jahren, am 11.2.1948, starb der geniale russische Film-Regisseur Sergej Eisenstein, über den die Film-Zeit in ihrer ausführlichen Biographie schrieb:

"Dass Montage mehr ist als das bloße Aneinanderreihen von Bildern, zeigt kein Regisseur besser als Sergej M. Eisenstein. Er gilt sowohl theoretisch wie auch handwerklich als einer der größten Innovatoren der Filmgeschichte. Grundlegende Aspekte der Montage gehen auf ihn zurück, wobei nicht ausschließlich der Erzählfluss wie im klassischen Hollywoodkino im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit steht. Er ist Begründer einer auf rhythmischen Prinzipien, Konflikt, Kontrast und Tempowechsel zielenden Montageform."

Sein wohl bedeutendstes Werk ist der Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" aus dem Jahre 1925, der mehrfach als bester Film aller Zeiten ausgezeichnet wurde und auch heute noch zu den beeindruckendsten und einflussreichsten Werken der Filmgeschichte zählt. Im Stile eines antiken Dramas in 5 Akten beleuchtet Eisenstein in eindringlichen Bildern einen Matrosenaufstand aus dem russischen Revolutionsjahr 1905 und dessen Folgen.

Die bekannteste Szene des Films, das Treppenmassaker am Hafen von Odessa, ist zwar fiktiv, gehört aber dennoch zu einer der meistimitierten Szenen der Filmgeschichte. Hier die Sequenz im Original (unterlegt mit der Musik von Dmitri Schostakowitsch):



Hier die verkürzte Originalszene, danach ein "Sequel" aus Brian de Palmas "Die Unbestechlichen", gefolgt von einer Parodie aus "Die nackte Kanone 33 1/3":



Und hier die Treppenszene, zu der die Pet Shop Boys den Soundtrack neu einspielten:



Bei Veoh kann man sich übrigens den Film in voller Länge herunterladen; weitere Downloadmöglichkeiten für unterschiedliche Video-Formate und Auflösungen bietet das Internet Archive. Und noch eine gute Nachricht am Rande: Die Downloads sind absolut legal (Stichwort: Public Domain).

Ein Film, den man gesehen haben muss – und dessen subtile Darstellungsmittel sich häufig erst beim zweiten oder dritten Betrachten erschließen!


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Sonntag, 6. Januar 2008

Emil wird 75: Prost - darauf einen Steinberger!!!

Heute feiert Emil Steinberger, der auch in deutschen Landen hoch geschätzte Schweizer Komiker, Kabarettist und Autor, seinen 75. Geburtstag. Bissigkeit war eigentlich nie seine Stärke: Er kam stets stubenrein herüber, seine Gags hatten meist einen eingebauten Weichspüler, und er geriet auch niemals in die Gefahr, mit einem religiösen oder politischen Feindbild oder gar mit dem Jugendschutz zu kollidieren. Dennoch brachte er in seiner sympathisch-hinterlistigen Art und mit seinem speziellen Blick für nervige Banalitäten die Dinge immer wieder auf den Punkt.

Nachts in der Polizei-Hauptwache:


Mengenlehre:


Und – seien wir doch mal ehrlich – wir Deutschen lieben deutschsprachige Exoten! Aber wer weiß eigentlich, dass er 1980 dem angeschlagenen Zirkus Roncalli mit Rat, Tat und Finanzspritzen wieder auf die Beine geholfen hat? Oder dass er schon in den 1970ern eine Zeitlang (s)eine Bühne ("Manege frei") im Schweizer Zirkus Knie gesucht und gefunden hat? Oder dass er Hunderte erfolgreicher Werbekampagnen für Melitta oder Fisherman's Friend getextet und umgesetzt hat?

Nun gut, mittlerweile ist Emil ein Weltbürger, der zwar heute noch die Staaten seines US-Aufenthalts nicht korrekt aussprechen kann…


...doch wer würde ihm das verübeln? Deswegen freue ich mich, dass 3sat ihm am 07.01.2008 ab 21.15 Uhr noch mal ein Forum für seine besten Sketche gibt: "E wie Emil". Und danach plaudert Emil Steinberger noch ein wenig mit Gero von Boehm...

Also: VORMERKEN!!!



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Montag, 10. Dezember 2007

A Tribute to Otis Redding

Noch heute zählt Otis Redding, der am 10. Dezember 1967 im Alter von nur 26 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, zu den bekanntesten und einflussreichsten R&B- und Soul-Interpreten der Welt. In seiner kurzen Karriere gehörte er neben James Brown zu den schwarzen Künstlern, die Black Music in zunehmendem Maße auch für "weiße" Ohren hof- und salonfähig machten.

Seine ersten musikalischen Gehversuche unternahm er im Gospel-Chor seiner örtlichen Baptistengemeinde, bereits als Teenager gewann er zahlreiche Talentwettbewerbe, und ab 1960 nahm er – stark beeinflusst von den musikalischen Stilen von Little Richard und Sam Cooke – seine ersten eigenen Platten auf. Sein erster Solo-Hit war "These Arms of Mine" (1962), und nach etlichen weiteren Single-Veröffentlichungen, die allerdings alle nur im Mittelfeld der R&B-/Soul-Charts rangierten, landete er 1965 mit "Mr. Pitiful" seinen ersten Top 10-Hit in diesen Charts.

Es folgten weitere Hits wie "I've Been Loving You Too Long" (1965), "Respect" (1965, später ein Riesenerfolg für Aretha Franklin), "That's How Strong My Love Is" (1965), "I Can't Turn You Loose" (1965), "My Girl" (1965), "Satisfaction" (1966), "Fa-Fa-Fa-Fa-Fa (Sad Song)" (1966), "Try a Little Tenderness" (1967), "I Love You More Than Words Can Say" (1967), "Shake" (1967), "Glory of Love" (1967) sowie zwei Singles, die er gemeinsam mit Carla Thomas aufnahm: "Tramp" (1967) und "Knock on Wood" (1967).

Auf einer Europa-Tournee im Frühjahr 1967 erlebte er zum ersten Mal, wie ihm auch eine weiße Zuhörerschaft zujubelte, und seinen größten Popularitätsschub erfuhr er durch seinen Auftritt beim legendären Monterey Pop Festival im Juni 1967.

Otis Redding Live at Monterey (17. Juni 1967)

Doch auf diesem Höhepunkt seiner stimmlichen und musikalischen Entwicklung schlug das Schicksal zu: Am 10. Dezember 1967 stürzte das Flugzeug, mit dem er auf dem Weg zu einem Konzert in Cleveland, Ohio war, aus bis heute noch ungeklärter Ursache in den vereisten Winono-See bei Madison, Wisconsin. Otis Redding und vier Mitglieder seiner Begleitband The Bar-Keys kamen dabei ums Leben. So konnte er den Erfolg seiner wenige Tage zuvor aufgenommenen Single "(Sitting on) The Dock of the Bay" nicht mehr miterleben, die ihm posthum seine erste Nr. 1-Platzierung auch in den Pop-Charts bescheren sollte.


Nach seinem Tode wurden noch viele weitere Singles und LPs mit unveröffentlichten Liedern von ihm auf den Markt gebracht. Den wohl besten Einblick in seine musikalische Genialität liefert die DVD "Dreams To Remember: The Legacy of Otis Redding", die im September 2007 veröffentlicht wurde. Neben vielen weiteren Ehrungen, die ihm posthum zuteil wurden, wurde er im Jahre 2004 vom Musikmagazin "Rolling Stone" in die Liste der "Top 100 Immortals" aufgenommen. Hier wird er an Nummer 21 geführt; damit rangiert er noch vor Künstlern und Gruppen wie U2, Bruce Springsteen, Prince, The Who, Michael Jackson, Madonna, The Doors, Elton John, Tina Turner und AC/DC.

Man kann nur ahnen, welche musikalischen Highlights uns dieser Mann noch hätte bescheren können, wenn ihm ein längeres Leben vergönnt gewesen wäre! Für mich gehört er jedenfalls auch so zu den ganz GROSSEN.

Thank you for your music, Otis!


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Mittwoch, 28. November 2007

Hinter-Sinniges zum Geburtstag von Tomi Ungerer

Heute feiert Tomi Ungerer, der weltberühmte Illustrator, Karikaturist, Cartoonist, Autor und inzwischen auch Ar(s)chitekt, seinen 76. Geburtstag. Von Geburt her Elsässer, fühlt er sich allerdings weder als Franzose noch als Deutscher – er betrachtet sich als überzeugten Europäer.

Über Jahrzehnte hinweg war er einer der produktivsten Künstler seiner Zeit, wurde einerseits wegen seiner "sexistischen" Werke angefeindet, andererseits wegen seiner Verdienste um Kultur, Völkerverständigung und Literatur mit Auszeichnungen überhäuft. So ist er zum Beispiel gleichzeitig Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Ordens der französischen Ehrenlegion.

Zu seinem Geburtstag präsentiere ich heute ein paar fein- und hinter-sinnige Zeichnungen des Künstlers, die ihn einmal mehr als bissigen Beobachter zeigen.











Wer mehr über den Menschen Tomi Ungerer erfahren möchte, sollte sich unbedingt dieses Zeit-Interview vom 26. April 2007 anschauen!

Biographie von Tomi Ungerer



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Dienstag, 9. Oktober 2007

Jacques Brel, ein belgischer Rebell († 9.10.1978)

Am 9. Oktober 1978 starb der geniale belgische Chansonnier Jacques Brel im Alter von nur 49 Jahren.

Nach einem recht (klein-)bürgerlichen Lebenseinstieg verlässt der Jung-Sozialist 1953 Frau und Kinder und zieht vom langweiligen Flandern nach Paris, um seinen Traumberuf zu verwirklichen: Er will Chansonnier werden. Zunächst trägt er in kleineren Clubs und auf Variété-Bühnen seine poetischen und sozialkritischen Chansons vor, ab 1958 stehen ihm dann auch die großen Show-Bühnen offen.

Im Pariser Olympia entfacht er Wellen der Begeisterung, und der Pariser "Figaro" nennt ihn bald schon einen "Orkan namens Brel". Auftritte in der französischen und belgischen Provinz, in Tokio, Montreal, London, New York und in der Sowjetunion folgen. Wenn er, brav mit Seitenscheitel und meist im Anzug, auf der Bühne loslegt, verschwimmt jegliches Ambiente um ihn herum: Jacques Brel singt seine Chansons nicht, er lebt sie auf der Bühne. Der "Spiegel" schreibt über ihn:

"Emphatisch und ungestüm wie ein singendes Tier hat sich der Belgier Brel seinem Publikum dargeboten. Brel grimassierte und fuchtelte, wenn er vors Publikum trat, und er sang dabei mit pathetischem Elan, mal frivol und salopp, mal larmoyant, oft verhalten, meist aggressiv und bisweilen auch mit sehr viel Geschmack fürs Makabre von seinem flämisch-flachen Land, vom Amsterdamer Hafen, von den Armen, den Kumpels, der Verlassenheit und der "nächsten Liebe", von "Marieke", "Clara", "Titine" und "Mathilde". Er verhöhnte - immer in ausverkauften Häusern und oft unter Polizeischutz vor allzu stürmischen Brel-Fans - in seinen skeptischen "Psychodramen mit vorbeugender Wirkung" die flämischen Nationalisten,... die bigotten alten Weiber... den Snobismus, die Intoleranz und besonders gern die biederen Bürger..."

Neben seinen Chansons widmet er sich seiner Tätigkeit als Rezitator im Rundfunk, schreibt eine Oper ("Le voyage dans la lune"), steht in seiner eigenen französischen Fassung des Musicals "Der Mann von La Mancha" auf der Bühne und wirkt in mehreren Filmen ("Wir sind alle Mörder", "Mont-Dragon", "Die Filzlaus") mit.

Nach einem Tournee-Marathon von 440.000 (!) Kilometern sucht Brel wieder nach neuen Lebensperspektiven und verkündet 1966 seinen baldigen Abschied vom Tourneebetrieb. 1968 steht er zum letzten Mal in "Der Mann von La Mancha" auf der Bühne, 1974 bricht er alle Brücken zum Showgeschäft ab und zieht sich in die Südsee auf die Marquesas-Inseln zurück. 1977 nimmt er nach 10 Jahren Pause seine letzte Langspielplatte auf, die kurz vor seinem Tode 1978 erscheint und in Frankreich einen erneuten Brel-Boom auslöst.

Zur Erinnerung an diesen fantastischen und charismatischen Chansonnier hier drei seiner schönsten Chansons:

Amsterdam

Ne me quitte pas

Je suis un soir d'été + Interview

Weiterführende spannende Informationen über Jacques Brel, sein Leben und sein Werk gibt es hier.



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Montag, 1. Oktober 2007

1. Oktober 1869: Die Geburtsstunde der SMS!

Am 1. Oktober 1869 wurde in Österreich-Ungarn offiziell die erste Postkarte der Welt eingeführt, nachdem bereits im Januar dieses Jahres der österreichische Nationalökonom Dr. Emanuel Herrmann in der "Neuen Freien Presse" eine "neue Art der Correspondenz mittels der Post" vorgeschlagen hatte. Sie sollte günstiger sein als beim Brief und speziell dem Bedürfnis nach Kurzmitteilungen Rechnung tragen (also praktisch als postalische Frühform der SMS). Damit griff er eine frühere Anregung des preußischen Geheimen Postrats Heinrich Stephan vom November 1865 auf, die allerdings auf einer Postkonferenz in Karlsruhe mit dem Argument der "mangelnden Vertraulichkeit" abgeschmettert worden war.
Diese so genannte Correspondenz-Karte verfügte über eine Adressen- und eine Mitteilungsseite. Bilder irgendwelcher Art gab es nicht, abgesehen vom österreich-ungarischen Doppeladler und der aufgedruckten Zwei-Kreuzer-Marke auf der Adressenseite. Und die Klippe der mangelnden Vertraulichkeit und möglicher beleidigender oder gar unsittlicher Äußerungen wurde mit dem aufgedruckten Hinweis "Die Postanstalt übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Mitteilung" umschifft.

Erst im späten 19. Jahrhundert vollzog sich der Wandel von der "SMS" zur "MMS", und es kamen verstärkt Bildpostkarten auf, die schnell auch für Sammler interessant wurden. Und da habe ich bei den Recherchen für diesen Artikel ein paar Schmankerl gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Die 1817 in Berlin gegründete Kakao- und Schokoladenfabrik "Theodor Hildebrand und Sohn" (ab ca. 1930 "Hildebrand, Kakao- und Schokoladenfabrik GmbH" und 1969 von Stollwerck aufgekauft) gab um 1900 eine Serie von Postkarten-Beilagen heraus, die das Leben im Jahr 2000 aus damaliger Sicht zeigen. Echte kleine Kunstwerke – mit erstaunlichen, teilweise verblüffend realistischen Visionen:
Aber auch in Frankreich machte man sich um diese Zeit Gedanken, wie der Alltag im Jahre 2000 aussehen könnte. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es sich hier um Postkarten oder um Sammel-Beilagen zu Lebensmitteln handelt, aber die Visionen des Malers Villemard aus dem Jahre 1910 sind eine tolle Ergänzung zu den deutschen Motiven. Hier drei Beispiele:

Rollschuhe mit Motorantrieb
Moderner Schulunterricht
Diktiergerät
Weitere tolle Ausblicke auf das Leben im Jahr 2000 gibt es auf der Homepage der französischen Nationalbibliothek BNF. Da fragt man sich unweigerlich: Wie mag wohl unser Alltag im Jahre 2100 aussehen?

PS: Zur Vertiefung des Themas "Entwicklungsgeschichte der Postkarte" empfehle ich übrigens die Internet-Seiten der AVG!


Quelle für die Hldebrand-Karten: Paleo-Future



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Freitag, 7. September 2007

Luciano Pavarotti (R.I.P.): drei Clips, dreimal Gänsehaut

Am frühen Morgen des 6. September starb der große Tenor Luciano Pavarotti an einem Krebsleiden. Hier ist er noch einmal zu sehen und zu hören, in drei Video-Clips, die die ganze Bandbreite seines Könnens aufzeigen:

1. "Nessun Dorma" aus Puccinis Oper Turandot, gesungen 1998 in Paris bei einem der viel umjubelten Konzerte der 3 Tenöre:


2. "Ave Maria" von Schubert, gemeinsam mit Bono am 12. September 1995 beim Benefizkonzert "Pavarotti & Friends" in Modena:

3. "It's a Man's World", zusammen mit James Brown im Frühjahr 2006. Zwei mittlerweile verstorbene Genies, die jeder für sich Musikgeschichte geschrieben haben:

Mille grazie di tutto, grande Luciano! Ciao, e riposa in pace!


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Donnerstag, 16. August 2007

Elvis: Raritäten in Bild und Ton, Downloads...

Elvis Presley starb am 16. August 1977 im Alter von nur 42 Jahren. Heute möchte ich mich allerdings nicht mit biografischen Details befassen; stattdessen lasse ich ihn in den folgenden selten gesehenen und gehörten Video-, Bild- und Tondokumenten aus seiner Karriere und über sein Leben wieder ein wenig auferstehen. Dabei sind auch einige Konzertmitschnitte und eine Film-Doku zum Download. Enjoy!

Sein erster großer Hit - That's Alright Mamma (1954):

Elvis beim Militärdienst in Deutschland: Bravo ist am Ball (1958):

Foto: Haus der Geschichte (HDG)

Sein letzter Tag in Deutschland (Ende Februar 1960). Hier äußert sich Elvis zu seinen weiteren Plänen:
Nach seiner Rückkehr in die USA tritt Elvis am 26. März 1960 in der von Frank Sinatra moderierten Fernsehshow "Welcome Home, Elvis" auf - und schmettert gut gelaunt mit Frank Sinatra, der ihn früher immer vernichtend kritisiert hatte, ein Liedchen:

Nachdem er seit März 1961 nicht mehr live aufgetreten war (und nach seinen diversen Ausflügen ins Filmgeschäft) besinnt sich Elvis auf seine Wurzeln. Im "1968 Comeback Special" von NBC tritt er auf einer nur 16 qm großen Bühne auf, volksnah, zum Anfassen, mit seiner gesamten musikalischen Bandbreite von Gospel, Country, Rhythm & Blues und Rock'n'Roll (Dauer: 45 Min.):

Sein letztes Konzert gibt er, gesundheitlich schon sichtlich gezeichnet, am 26. Juni 1977 in Indianapolis (hier die Songs "Are You Lonesome Tonight" und "My Way"), und Elvis singt "My Way" so intensiv, als hätte er bereits eine Todesahnung:
And now the end is near
And so I face the final curtain.
My friend, I'll say it clear:

I'll state my case of which I'm certain.

I've lived a life that's full,

I've traveled each and every highway,

And more, much more than this:

I did it my way…



16. August 1977: Elvis Presley stirbt im Alter von 42 Jahren in Memphis/Tennessee an Herzversagen. Hier das Titelblatt der englischen Boulevardzeitung "The Sun" vom 17. August:
Zur Großansicht Bild anklicken (Quelle: The British Library, 2006)

Auch die ARD-Tagesschau berichtete am 17. August über seinen Tod:


Zum Abschluss des Don-Farrago-Elvis-Specials gibt es hier noch die Film-Biografie "The Elvis Story" (Dauer: 47 Min.)…

… und hier "4 Songs & 100 Photos"…

... und eine Bildergalerie mit weiteren seltenen Fotos des "King", zusammengestellt von Bild Online…
Zur Galerie hier klicken!

… und zu guter Letzt gibt's noch den ultimativen TV-Tipp für alle Elvis-Fans: Heute Abend um 22.25 Uhr bringt Arte mit der zweistündigen Doku Elvis-O-Rama (2007) ein unterhaltsames und facettenreiches Potpourri zum Phänomen "Elvis". Ein kleiner Trost für alle, die die Sendung heute verpassen sollten: Sie wird am 23. August wiederholt…

In diesem Sinne: Rock'n'Roll forever – and long live the King!


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