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Don Farrago: Monterey Pop - June 16 to June 18, 1967

Sonntag, 17. Juni 2007

Monterey Pop - June 16 to June 18, 1967

Exakt vor 40 Jahren, vom 16. bis zum 18. Juni 1967, strömten ca. 200.000 Musikfans in das (bis dahin) verschlafene kalifornische Pazifik-Städtchen Monterey und (er)lebten die Geburt der Mutter aller Pop- und Rockfestivals.

Zwei Jahre vor Woodstock ist das friedliche, haschgeschwängerte Mammutkonzert der Auftakt für den "Summer of Love" und für die neue Kultur der Hippie-Generation mit ihrer Botschaft von Liebe, Frieden und Freiheit. Zu dem dreitägigen Festival in den County Fairgrounds der Stadt südlich von San Francisco kommt fast alles, was in der Musikszene Rang und Namen hat: Janis Joplin mit Big Brother & The Holding Company, Eric Burdon & the Animals, The Mamas & The Papas, Canned Heat, Simon & Garfunkel, The Grateful Dead, Otis Redding, Jefferson Airplane, Buffalo Springfield, Ravi Shankar, The Who, The Byrds, Scott McKenzie und und und…

(zum Vergrößern Bild anklicken)

Alle Musiker treten ohne Gage auf – na ja, nicht alle… der indische Künstler Ravi Shankar, der mit seiner Sitar für einen ganzen Nachmittag angeheuert worden ist, erhält schlappe 3000 Dollar für seinen Auftritt. So etablierte Bands wie die Beatles (die gerade ihr Sergeant Pepper-Album herausgebracht haben und in deren damaliges Saubermann-Image ein Auftritt nicht gepasst hätte) und die Rolling Stones (die ihre Chance dann allerdings später in Woodstock wahrnehmen sollten) glänzen durch musikalische Abwesenheit. Immerhin: Paul McCartney tut sich als Co-Organisator hervor, und Brian Jones von den Stones ist ebenfalls vor Ort und stellt einen bis dato in den USA noch relativ unbekannten jungen Gitarren-Virtuosen als "König des Festivals" vor. Und dieser junge Satan der Saiten mit dem Namen Jimi Hendrix sorgt nicht nur musikalisch für Furore. Seine Gitarren-Verbrennung zum Song "Wild Thing" von den Troggs geht in die Geschichte ein: "Als ich meine Gitarre verbrannte, war das wie ein Opfer", erklärte er im Rückblick. "Man opfert die Dinge, die man liebt."

Die Stimmung unter den Fans auf den Fairgrounds ist trotz des riesigen Ansturms bestens. Alles ist perfekt organisiert. Es gibt keine Gewalt, keine Ausfälle, keine Festnahmen. "Das Letzte, was die Polizei wollte, waren 200.000 Hippies in der Stadt", erzählte kürzlich nach Angaben der Zeitung "USA Today" der Musikproduzent und Mitorganisator Lou Adler. Selbst die das Schlimmste erwartende und deshalb mit Helm und Schlagstock angerückte Polizei-Armada lässt sich von der grassierenden Flower-Power-Stimmung anstecken. "Schon am Samstagmorgen trugen auch die Polizisten Blumen am Gürtel." Der viel gerühmte Dokumentarfilm "Monterey Pop" von Regisseur Don Alan Pennebaker fängt die magische Stimmung gänsehautmäßig ein.

So, und jetzt wird's Zeit für ein paar musikalische Highlights! Als Ersten habe ich mir Eric Burdon rausgesucht, der mit seinem Song "Monterey" das Thema der Veranstaltung auf den Punkt bringt…

The Who: Summertime Blues

Janis Joplin: Ball and Chain (Bei 3:30 min. sieht man übrigens "Mama Cass" Elliot von "The Mamas & the Papas", und auch die ist hin und weg!)

The Mamas & The Papas: Straight Shooter

Jefferson Airplane: High Flyin' Bird

Jimi Hendrix: Rock me Baby (mit ehrfurchtsvoller Einführung von Pete Townshend)

…und schließlich: Jimi Hendrix mit "Wild Thing" und dem Tod seiner Stratocaster…

Für alle, die jetzt Blut geleckt haben: WDR 2 erinnert mit einem "Flower-Power-Tag" an das Monterey Pop Festival. 40 Jahre nach dem legendären Konzert wird am Sonntag, 17. Juni, den ganzen Tag lang die Musik der Blumenkinder und ihrer Nachfahren zu hören sein. Von morgens bis abends beleuchtet WDR 2 die Hippie-Kultur und die Generation von "Love and Peace". Und die WDR 2 Soundfiles am Abend bringen schließlich die besten Ausschnitte aus dem Monterey Pop Festival von 1967. Enjoy!!!!



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