--
Don Farrago

Dienstag, 29. Dezember 2009

Abdulmutallab, Flug NW 253: FOCUS auf BILD-Niveau

So langsam überlege ich mir, ob ich das eine oder andere Script-Abo kündige. Dem FOCUS gebe ich mittlerweile kaum noch eine Chance. Gänsefüßchen ohne Quellenangabe (…"wie die Tochter der früheren Haushälterin der damaligen Wirtin des mutmaßlichen Terroristen berichtete"…) bringen lediglich zitatlastige dpa-0815-Übersetzungen in die deutsche Medienwelt. Und Berufungen auf den Daily Telegraph hinken (nicht nur im FOCUS) vor sich hin.

Während BILD Online zumindest noch mit einem Schlagzeilen-Potpourri wie
punkten kann, beschränkt sich der FOCUS lendenlahm auf Präkariats-Grammatik für den pubertierenden FDP-Nachwux:
Wissen ist Macht. Zur besseren Selbsteinschätzung empfehle ich der FOCUS-Onlineredaktion den Hausmeister-Eignungstest!

Was mich betrifft, so hole ich mir ab jetzt lieber regelmäßig das ARTE-Magazin am Kiosk. Kostet 1,80 € pro Ausgabe. Pralle KulturInfo inklusive TV-Programm. Und beim Abo winken sogar noch so 7-8 % Ersparnis, aufs Jahr gerechnet…

PS:
Ein gewisser Alhaji Mutallab hat mir Anfang 2008 per Email den Millionen-Nachlass eines auf tragische Weise verstorbenen Verwandten angeboten. Dafür wollte er nur meine persönlichen Daten inkl. Kontonummer und 40% für die Abwicklung. Ich habe ihm geschrieben, er solle den kompletten Schotter erst mal auf seiner Korrepondenzbank in London liegen lassen und - God bless! - in die Ausbildung seiner Kinder in Nigeria investieren. Bin ich jetzt ein Terrorist?


Labels: , , , , , , , , ,

Sonntag, 15. März 2009

ARTE, Yehudi Menuhin und der Umgang mit dem Genitiv

Vor 10 Jahren, am 12. März 1999, starb Yehudi Menuhin, einer der größten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts. Als bekennender Menuhin-Fan war ich daher sehr erfreut, als ich der Programmvorschau meines Lieblings-Kultursenders ARTE entnehmen konnte, dass ARTE ihm ab dem 15. März 2009 einen Programmschwerpunkt widmet. Doch was ich da lesen musste, war doch ein wenig befremdlich.

Ich bin nämlich nicht nur Menuhin-Fan, sondern auch Fördermitglied des VNUG, des "Vereins für Nachhaltigkeit im Umgang mit dem Genitiv (i. Gr.)". Und so geriet ich arg ins Stutzen, als ich im ARTE-Videotext lesen musste:

Anlässlich des 10. Todestages am 12. März gedenkt ARTE dem großartigen Violinvirtuosen Yehudi Menuhin mit einem Programmschwerpunkt.

Erfordert das Verb "gedenken" nicht den Genitiv? Hätte es nicht "gedenkt ARTE des großartigen Violinvirtuosen" heißen müssen? Ich weiß, dass sich gerade mit diesem Verb viele Leute, auch ansonsten respektable Journalisten und Redakteure, schwer tun. Doch könnte man nicht gerade bei ARTE einen korrekten Umgang mit dem Genitiv erwarten?

So habe ich mir – quasi als Gegenprobe – auch mal die Programmvorschau auf der ARTE-Homepage angeschaut. Und ich war sehr angetan, als ich dort lesen konnte: "…gedenkt ARTE der Geigenlegende Yehudi Menuhin." Aha, dachte ich mir, haben sie's also doch gemerkt! Zwar sind bei weiblichen Substantiven der Genitiv und der Dativ im Singular identisch, aber immerhin, zumindest war der Satz korrekt, und in dubio pro reo…

Jetzt wollte ich's aber wirklich wissen, und so habe ich auch noch die Programmvorschau bei ARD Digital herangezogen. Und auch hier stand zu meiner Beruhigung, wie auf der ARTE-Homepage, völlig korrekt:

Aber meine Freude währte nicht lange, als ich am Ende des selben Artikels wieder folgendes lesen musste:

Also war die Formulierung "gedenkt ARTE der Geigenlegende" wohl doch nur eher zufällig korrekt!

Aber ARTE steht da nicht allein, die falsche Formulierung "gedenkt ARTE dem großartigen Violinvirtuosen" wurde wörtlich und ohne nachzudenken in etlichen Print- und Online-Programmankündigungen nachgeplappert. Einen noch brutaleren Umgang mit dem Verb "gedenken" pflegt übrigens dieses Event- und Ticket-Portal, das in folgender Ankündigung dem Genitiv gleich drei Tiefschläge versetzt:

Liegt dieser grammatikalische Dummfug etwa daran, dass es hier bei ARTE und bei TICKETINO jeweils um klassische Musik geht – fördert also klassische Musik die laxe Handhabung von dem Genitiv? Dieser mögliche Zusammenhang bedürfte dann allerdings noch einer tiefer gehenden sprachwissenschaftlichen und kulturhistorischen Untersuchung. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ARTE ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt ist, bei dem nicht jeder die grammatikalischen Feinheiten beider Sprachen beherrscht. Und dass für TICKETINO (mit Sitz in der Schweiz) Hochdeutsch ohnehin nicht das Maß aller Dinge ist…

Nichts Genaues weiß man nicht, also werde ich wohl ein wenig Ursachenforschung betreiben und mal eine Mail an ARTE und Bastian Sick schicken müssen, vielleicht klärt sich dann ja alles auf. Über eventuelle Ergebnisse werde ich natürlich hier berichten.

Eines noch: Wer jetzt meint, ARTE wäre Dativ-lastig, der hat sich getäuscht: Man sehe sich nur mal folgende Formulierung auf der ARTE-Homepage an, in welcher der Dativ auf brutalste Weise dem Akkusativ Platz machen muss:

Wobei sich hier, wie auch bei den oben angeführten ARTE-Formulierungen, zusätzlich noch die (grammatikalisch berechtigte) Frage stellen ließe, ob ARTE anlässlich seines (eigenen) 10. Todestages oder anlässlich des 10. Todestages von Yehudi Menuhin diesen Programmschwerpunkt gesetzt hat...


Labels: , , , , , , , , ,

Dienstag, 12. August 2008

TV-Tipp: The Concert for Bangladesh auf Arte

Der 1. August 1971 markierte einen Wendepunkt in der Pop-Geschichte: Zum ersten Mal trafen legendäre Musiker zu einem Benefizkonzert zusammen und spielten für einen humanitären Zweck. Die beiden Konzerte im Madison Square Garden in New York, die unter dem Namen The Concert for Bangladesh in die Musikgeschichte eingingen, wurden von Ravi Shankar und George Harrison organisiert, um Gelder für die Millionen von Krieg und Unwettern gebeutelten Bangladesch-Flüchtlinge einzuspielen.

Im Rahmen seines diesjährigen Sommer-Specials Summer of the 70s zeigt Arte am 12. August ab 22.40 Uhr einen Film über dieses Konzert, bei dem Ravi Shankar und George Harrison von musikalischen Größen wie Ringo Starr, Eric Clapton (mit Derek and the Dominos), Bob Dylan, Billy Preston, Leon Russell, Klaus Voormann, Badfinger und vielen anderen unterstützt wurden.

Hier ein Video als kleiner Vorgeschmack:

Und noch eine gute Nachricht für alle, die am 12. August was anderes vorhaben: Die Sendung wird am Samstag, dem 16. August, um 14.10 Uhr wiederholt!


Labels: , , , , , , , , , , ,

Mittwoch, 9. Juli 2008

Arte TV: Best of "Top of the Pops" (Summer of the 70s)

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Arte hat ein paar kleine Scheibchen des öffentlich-rechtlichen Gebührenkuchens lecker neu angerichtet! Im Rahmen des Themenschwerpunkts "Summer of the 70s" präsentiert Arte seit dem 7. Juli bis zum 29. August 2008 montags bis freitags von 18.30 bis 19 Uhr in insgesamt 40 (in Worten vierzig!!!) Folgen die Highlights der 70er Jahre aus der BBC-Kultshow "Top of the Pops".










































(TOTP-Logos: BBC)

Leider ist 18.30 Uhr keine Uhrzeit, zu der ich mich üblicherweise vor die Kiste hocke. Da hilft nur die Aufzeichnung. Es ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass ein Franzose eine britische Kult-Show mit deutscher Off-Stimme moderiert, aber die Mucke-Macher reißen das allemal raus. Und schräge Vögel wie der junge David Bowie (als Starman im Strampelanzug) in der Sendung vom 8. Juli sind einfach zeitlos gut!

Also: alles dabei, von A (wie ABBA) bis Z (wie ZZ Top). Mit anderen Worten: absoluter Aufzeichnungs- und Kuck-Befehl!

Und was Arte über die 70er Jahre nicht weiß, das weiß vielleicht Gordon Bathgate


Labels: , , , , , , , , , , , ,

Sonntag, 6. Juli 2008

TV-Tipp: Arte-Special "Summer of the 70s" ab 8. Juli 2008

Nachdem Arte vor einem Jahr mit dem Themenschwerpunkt "Summer of Love" das Lebensgefühl und den Zeitgeist der wilden 60er wieder auferstehen ließ, stehen in diesem Jahr mit dem Special "Summer of the 70s" die Siebziger Jahre im Mittelpunkt des Sommerprogramms. An den acht Dienstagen vom 8. Juli bis zum 26. August, jeweils ab 21 Uhr, lädt uns Arte mit Spielfilmen, Dokumentationen und Konzerten auf eine abwechslungsreiche Reise durch das schrille, chaotische und kreative Zeitalter des Pop ein. Durch das Programm führt die einstige Disco-Queen Amanda Lear.

Zum Auftakt zeigt Arte am 8. Juli um 21 Uhr Love Story, den Klassiker des Liebesfilms aus dem Jahre 1970, mit Ali McGraw und Ryan O'Neal in den Hauptrollen. Um 22.40 Uhr folgt mit Keppel Road - The Bee Gees eine Dokumentation über eine der erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte, und wer den Stehblues-Hit Je t'aime ... moi non plus noch in den Ohren hat und ihn auch mal im filmischen Zusammenhang hören möchte, der sollte anschließend um 0.10 Uhr den Film Slogan mit Jane Birkin und Serge Gainsbourg nicht verpassen.

Und so geht es jeden Dienstag weiter: mit Film-Highlights wie Pat Garret jagt Billy the Kid, Shaft, Asphaltblüten, Die Ausgebufften, Emmanuelle 1 und 2 oder Der Mann, der vom Himmel fiel. Mit Musik-Dokumentationen über z.B. Bob Dylan, James Brown und Abba. Und mit Konzerten von Bob Marley, James Brown, Leonard Cohen, Pink Floyd und Ziggy Stardust, nicht zu vergessen das legendäre Concert for Bangladesh am 12. August. Hier schon mal zwei Appetizer für das musikalische Programm:

James Brown – Body Heat (Januar 1979 in Monterey, CA.)

George Harrison – Concert for Bangladesh (August 1971, Madison Square Garden in New York City)

Hier das gesamte Programm auf einen Blick
(zum Vergrößern anklicken):

Eine passende musikalische Umrahmung erhält "Summer of the 70s" dann noch durch ein "Best of" der legendären Kult-Musikshow "Top of the Pops" der BBC. Ab dem 7. Juli werden über den gesamten Zeitraum des Sommer-Specials jeden Werktag (montags bis freitags um 18.30 Uhr) die größten Stars und Hits aus 10 Jahren Top of the Pops-Geschichte präsentiert. Viele weitere Infos, Trailer, Playlists usw. zum Programm von "Summer of the 70s" gibt es hier. Vergesst also nicht, den DVD-Recorder rechtzeitig vorzuprogrammieren!

Übrigens: Heiko Schulze hat für die Printausgabe der TV Spielfilm eine tolle Story über das Arte-Special und über die zeitgeschichtlichen Hintergründe geschrieben – ein Muss für alle 70er-Jahre-Fans. Nachzulesen hier!


Labels: , , , , , , , , , , , ,

Dienstag, 21. August 2007

TV-Tipp: Woodstock auf Arte

Zum Ausklang des Specials "Summer of Love" präsentiert Arte heute Abend (und am Freitag Nachmittag) das absolute Highlight der Serie: den Film "Woodstock – 3 Days of Peace and Music" im Director's Cut.

Dieser fast vierstündige Film dokumentiert (teilweise im damals bahnbrechenden Split-Screen-Verfahren) das spektakulärste Open-Air-Concert aller Zeiten, das im August 1967 Geschichte schrieb und über 400.000 Musicfans anlockte. Er wirft einen Blick hinter die Kulissen des Kult-Events und bietet ein Wiedersehen mit Jimi Hendrix, The Who, Janis Joplin, Santana, The Ten Years After, Joe Cocker, Crosby, Stills and Nash, Country Joe and The Fish, John Sebastian, Joan Baez, Richie Heavens, Canned Heat, Jefferson Airplane und anderen Koryphäen der Rock- und Bluesszene.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack mit Jimi Hendrix und seiner legendären "Coverversion" der amerikanischen Nationalhymne:


Der Film läuft im Original mit deutschen Untertiteln und beginnt heute (am 21. August) um 20.40 Uhr, also unbedingt vormerken! Und als kleinen Trost für all diejenigen, die heute nicht dabei sein können, gibt es am Freitag, dem 24. August um 14.30 Uhr, eine Wiederholung.

Ein absolutes "must see"!!!


Labels: , , , , , , , , , ,

Sonntag, 1. Juli 2007

Arte-Special: Summer of Love (2.7. bis 21.8.)

Arte meint es in diesem Sommer besonders gut mit allen Alt-Hippies und all denjenigen, die sich für den Zeitgeist der späten 60er Jahre ein Plätzchen im Herzen bewahrt haben: Vom 2.7. bis zum 21.8. präsentiert Arte ein zig-stündiges "Dauer-Special" über diese Zeit, die eine ganze Generation geprägt hat und bis heute nachwirkt.

In diesem einzigartigen Mix aus Festival- und Konzertmitschnitten, Spielfilmen und Dokumentationen lässt Arte das Lebensgefühl dieser Zeit wieder auferstehen. Und da wird so manche(r) coole(r) 16jährige sagen: "Wow, da wär ich auch gern dabei gewesen!"

In meinem Artikel über das Monterey Pop Festival, das im Juni 1967 das Schlagwort "Summer of Love" prägte, habe ich ja schon einen kleinen "Vorgeschmack" auf diese Zeit gegeben. Und daher freut es mich besonders, dass Arte dieses Thema aufgegriffen und fernsehgerecht aufbereitet hat… ;-)! Schon die Programmvorschau macht neugierig, und dieser 15minütige Trailer macht erst recht Lust auf mehr!

Mein Tipp: ansehen und/oder Aufnahmen rechtzeitig vorprogrammieren! So was gibt's so bald nicht wieder!



Labels: , , , , , , , , , , , , , , , , ,