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Don Farrago

Freitag, 27. Juni 2008

BGH straft Stefan Raab wegen Verletzung des Urheberrechts ab

Eine Meldung, die möglicherweise Signalwirkung für die deutsche Medienlandschaft hat, wäre in diesen EM-lastigen Tagen beinahe untergegangen: In einem jetzt veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofs wurde Raabs Produktionsfirma Brainpool wegen Urheberrechtsverletzung in letzter Instanz zur Zahlung von Schadensersatz an den Hessischen Rundfunk verurteilt. Nach Auffassung des 1. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs unterliegen Filmausschnitte anderer Sender, wie sie in Raabs Sendung TV Total ausgestrahlt werden, dem Urheberrecht und dürfen daher nicht ohne Weiteres gesendet werden.

Im konkreten Fall hatte die Verwertungsgesellschaft des Hessischen Rundfunks Brainpool wegen der Ausstrahlung eines 20sekündigen Ausschnitts zum Thema Spontan-Jodeln aus der Sendung "Neues aus Hüttenberg" abgemahnt und Lizenzgebühren in Höhe von 1278,23 Euro (!) eingefordert. Zu Recht, wie der BGH befand: Raab habe sich in seiner Sendung TV Total mit dem Ausschnitt nicht genügend auseinandergesetzt, habe ihn lediglich an- und abmoderiert, keine eigenen komischen Elemente hinzugefügt und von daher kein selbständiges Werk geschaffen.

Auch ein weiteres Argument von Brainpool wurde von den Richtern verworfen: Bei dem Interview zum Spontan-Jodeln habe es sich nicht um ein aktuelles Ereignis des Tagesgeschehens gehandelt, über das TV Total lizenzfrei berichten könne.

Bereits im Jahre 2002 hatte RTL von Stefan Raab Lizenzgebühren in Höhe von 500.000 (andere Quellen: 800.000) Euro gefordert; hier hat sich Brainpool offenbar außergerichtlich in Form einer Rahmenvereinbarung mit RTL geeinigt, um Filmausschnitte senden zu können.

Auch wenn Brainpool-Geschäftsführer Dr. Andreas Scheuermann sich angesichts des Urteils gelassen gibt, sieht Rechtsanwalt Solmecke von der Kanzlei Wilde & Beuger in Köln mögliche Auswirkungen auf die Medienlandschaft: "Es ist davon auszugehen, dass nun auch weitere Sender sich auf das Urteil des Bundesgerichtshofes berufen und von Raabs Unternehmen Lizenzgebühren verlangen werden", macht er deutlich. "Dabei ist in jedem Einzelfall zu prüfen, inwieweit sich der Moderator Raab mit den Ausschnitten auseinandergesetzt hat."


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Sonntag, 6. Januar 2008

Emil wird 75: Prost - darauf einen Steinberger!!!

Heute feiert Emil Steinberger, der auch in deutschen Landen hoch geschätzte Schweizer Komiker, Kabarettist und Autor, seinen 75. Geburtstag. Bissigkeit war eigentlich nie seine Stärke: Er kam stets stubenrein herüber, seine Gags hatten meist einen eingebauten Weichspüler, und er geriet auch niemals in die Gefahr, mit einem religiösen oder politischen Feindbild oder gar mit dem Jugendschutz zu kollidieren. Dennoch brachte er in seiner sympathisch-hinterlistigen Art und mit seinem speziellen Blick für nervige Banalitäten die Dinge immer wieder auf den Punkt.

Nachts in der Polizei-Hauptwache:


Mengenlehre:


Und – seien wir doch mal ehrlich – wir Deutschen lieben deutschsprachige Exoten! Aber wer weiß eigentlich, dass er 1980 dem angeschlagenen Zirkus Roncalli mit Rat, Tat und Finanzspritzen wieder auf die Beine geholfen hat? Oder dass er schon in den 1970ern eine Zeitlang (s)eine Bühne ("Manege frei") im Schweizer Zirkus Knie gesucht und gefunden hat? Oder dass er Hunderte erfolgreicher Werbekampagnen für Melitta oder Fisherman's Friend getextet und umgesetzt hat?

Nun gut, mittlerweile ist Emil ein Weltbürger, der zwar heute noch die Staaten seines US-Aufenthalts nicht korrekt aussprechen kann…


...doch wer würde ihm das verübeln? Deswegen freue ich mich, dass 3sat ihm am 07.01.2008 ab 21.15 Uhr noch mal ein Forum für seine besten Sketche gibt: "E wie Emil". Und danach plaudert Emil Steinberger noch ein wenig mit Gero von Boehm...

Also: VORMERKEN!!!



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Donnerstag, 16. August 2007

Elvis: Raritäten in Bild und Ton, Downloads...

Elvis Presley starb am 16. August 1977 im Alter von nur 42 Jahren. Heute möchte ich mich allerdings nicht mit biografischen Details befassen; stattdessen lasse ich ihn in den folgenden selten gesehenen und gehörten Video-, Bild- und Tondokumenten aus seiner Karriere und über sein Leben wieder ein wenig auferstehen. Dabei sind auch einige Konzertmitschnitte und eine Film-Doku zum Download. Enjoy!

Sein erster großer Hit - That's Alright Mamma (1954):

Elvis beim Militärdienst in Deutschland: Bravo ist am Ball (1958):

Foto: Haus der Geschichte (HDG)

Sein letzter Tag in Deutschland (Ende Februar 1960). Hier äußert sich Elvis zu seinen weiteren Plänen:
Nach seiner Rückkehr in die USA tritt Elvis am 26. März 1960 in der von Frank Sinatra moderierten Fernsehshow "Welcome Home, Elvis" auf - und schmettert gut gelaunt mit Frank Sinatra, der ihn früher immer vernichtend kritisiert hatte, ein Liedchen:

Nachdem er seit März 1961 nicht mehr live aufgetreten war (und nach seinen diversen Ausflügen ins Filmgeschäft) besinnt sich Elvis auf seine Wurzeln. Im "1968 Comeback Special" von NBC tritt er auf einer nur 16 qm großen Bühne auf, volksnah, zum Anfassen, mit seiner gesamten musikalischen Bandbreite von Gospel, Country, Rhythm & Blues und Rock'n'Roll (Dauer: 45 Min.):

Sein letztes Konzert gibt er, gesundheitlich schon sichtlich gezeichnet, am 26. Juni 1977 in Indianapolis (hier die Songs "Are You Lonesome Tonight" und "My Way"), und Elvis singt "My Way" so intensiv, als hätte er bereits eine Todesahnung:
And now the end is near
And so I face the final curtain.
My friend, I'll say it clear:

I'll state my case of which I'm certain.

I've lived a life that's full,

I've traveled each and every highway,

And more, much more than this:

I did it my way…



16. August 1977: Elvis Presley stirbt im Alter von 42 Jahren in Memphis/Tennessee an Herzversagen. Hier das Titelblatt der englischen Boulevardzeitung "The Sun" vom 17. August:
Zur Großansicht Bild anklicken (Quelle: The British Library, 2006)

Auch die ARD-Tagesschau berichtete am 17. August über seinen Tod:


Zum Abschluss des Don-Farrago-Elvis-Specials gibt es hier noch die Film-Biografie "The Elvis Story" (Dauer: 47 Min.)…

… und hier "4 Songs & 100 Photos"…

... und eine Bildergalerie mit weiteren seltenen Fotos des "King", zusammengestellt von Bild Online…
Zur Galerie hier klicken!

… und zu guter Letzt gibt's noch den ultimativen TV-Tipp für alle Elvis-Fans: Heute Abend um 22.25 Uhr bringt Arte mit der zweistündigen Doku Elvis-O-Rama (2007) ein unterhaltsames und facettenreiches Potpourri zum Phänomen "Elvis". Ein kleiner Trost für alle, die die Sendung heute verpassen sollten: Sie wird am 23. August wiederholt…

In diesem Sinne: Rock'n'Roll forever – and long live the King!


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Sonntag, 29. Juli 2007

Phoenix: Der alltägliche Quoten-Wahnsinn

Sobald in den USA ein spektakuläres Verbrechen geschieht, lassen die konkurrierenden TV Channels ihre News-Helis aufsteigen, um sich gegenseitig in der Live-Berichterstattung auszustechen. So war es eigentlich am Freitag, dem 27. Juli, ein ganz normaler Vorgang, als die Chopper News Teams von fünf (!) verschiedenen TV Channels live von einer Verfolgungsjagd in Phoenix/Arizona berichteten.

Doch dann geschah das Unfassbare – während der Live-Übertragung stießen zwei dieser Hubschrauber zusammen, und die vier Insassen kamen ums Leben. Hier das Video der Live-Sendung von KNXV-TV, die das Unglück um 12 h 46 Ortszeit dokumentiert:


Die Trümmer der Maschinen gingen in einem öffentlichen Park nieder; wie The Arizona Republic aus Phoenix heute berichtet, war dies jedoch noch "Glück" im Unglück: Wären die Hubschrauber etwas weiter südlich, westlich oder östlich zusammen gestoßen, hätten die Trümmer auf verstopfte Straßen, ein Krankenhaus oder ein Wohngebiet stürzen können – mit verheerenden Folgen. Hier gibt es die schockierenden Bilder vom Absturzort.

Die genaue Ursache des Crashs ist noch ungeklärt, eine Untersuchung seitens der Behörden wurde eingeleitet. Nach den Funksprüchen der Piloten liegt aber die Vermutung nahe, dass sie nicht über die Position des jeweils anderen Bescheid wussten. Mittlerweile hat Jack Harris, der Polizeichef von Phoenix, nicht ausgeschlossen, dass der von der Polizei verfolgte 23-Jährige Autodieb, über dessen Flucht live berichtet wurde, auch für den Tod der vier Besatzungsmitglieder zur Rechenschaft gezogen wird.

Alles in Allem ein Szenario, das in diesen Auswüchsen Gott sei Dank bei uns (noch?) unvorstellbar ist. Es gibt meines Wissens nur einen Fall, in dem die deutschen Medien so dicht am Geschehen waren, dass es fast zu einer Katastrophe gekommen wäre: das spektakuläre Gladbecker Geiseldrama vom August 1988.

Da kann man nur hoffen, dass uns diese makabre Art von Quotenkrieg auch weiterhin erspart bleibt!


Weiterführende Infos:
ORF News
The Arizona Republic




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Freitag, 26. Januar 2007

Hape Kerkeling erhält Grimme-Preis 2007 für sein Lebenswerk

Wie WEB.DE berichtete, wird Hape Kerkeling bereits im "jugendlichen" Alter von 42 Jahren für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Diese besondere Ehrung wird ihm im März 2007 anlässlich der Grimme-Preis-Gala in Marl verliehen.

"Zu seinem Spektrum gehören der schnelle Witz, die tückische Freundlichkeit, die freche Aufdringlichkeit und die entwaffnende Respektlosigkeit", fasste Ulrich Aengenvoort, Verbandsdirektor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, der den Grimme-Preis 1964 ins Leben rief, Kerkelings auszeichnungswürdige Qualitäten zusammen. Darüber hinaus ist Kerkeling noch für einen Spezialpreis in der Kategorie "Unterhaltung" nominiert, hier insbesondere für die Verkörperung seines Alter Ego Horst Schlämmer.


Einen ausführlichen Überblick über Hapes Werdegang und seine kreativen Höhepunkte habe ich bereits in meiner Geburtstagswürdigung gegeben; dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Neu ist allerdings, dass Horst Schlämmer gerade dabei ist, seinen Führerschein zu machen. Vielleicht fährt er dann ja schon im eigenen Wagen am Marler Stadttheater vor, um sich seine Trophäe(n) abzuholen...

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