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Don Farrago

Dienstag, 26. Januar 2010

Frederic von Anhalt will Gouverneur von Kalifornien werden (Video)

Auch das noch: Da Arnold Schwarzenegger nach zwei Amtsperioden als Gouverneur von Kalifornien im November 2010 nicht mehr erneut zur Wahl antreten darf, will der edle Prinz Frederic von Anhalt in die Bresche springen und den maroden Staat Kalifornien unter seiner Führung zu alter Blüte zurückführen.

Nach Gouverneuren irisch-amerikanischer, afroamerikanischer, armenisch-amerikanischer und österreichisch-amerikanischer Herkunft sei es nun an der Zeit, dass ein Deutsch-Amerikaner Kalifornien wieder auf den rechten Weg zurückführe und die Geschicke des Staates leite, verkündet er vollmundig auf seiner Homepage. In seiner Pressekonferenz vom 25. Januar beschrieb er sich selbst als langjährigen Republikaner mit finanzpolitisch konservativen und sozialpolitisch liberalen Ansichten und tönte u.a. in einem Reuters-Interview: "Arnold tritt bald ab, und Kalifornien braucht einen Neuen. … Schon immer war ein Deutscher nötig, um mit dem österreichischen Mist aufzuräumen. Das war schon immer so, und das ist auch hier der Fall."

Hier ein Video, in dem Prinz Frederic seine erste Wahl-Plakatwand auf dem Sunset Strip in Hollywood vorstellt und in bestem Englisch seine Kandidatur bekannt gibt:

Dabei lässt er sich in seinen Ambitionen auch nicht von vorsichtigen Mutmaßungen amerikanischer Medien stören, er sei gar kein echter Prinz: "Es gibt Spekulationen im Hinblick darauf, ob Prinz von Anhalt tatsächlich ein Prinz ist. Berichten zufolge wurde er als Robert Lichtenberg, Sohn eines deutschen Polizeibeamten, geboren und hat seinen Titel gekauft, nachdem er als Erwachsener von einer bankrotten Schwiegertochter des letzten Kaisers adoptiert wurde" (KTLA TV, L.A.).

Dem können wir nur zustimmen, und sogar der edle Prinz räumte in der Pressekonferenz großmütig ein, sein Adelstitel sei ihm "verliehen" worden, als er 1980 als Erwachsener von Prinzessin Marie Auguste, einer Schwiegertochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., nach dem Unfalltod ihres leiblichen Sohnes adoptiert worden sei. Von dem anrüchigen Titel-Großhändler und "Konsul" Hans-Hermann Weyer war allerdings in diesem Zusammenhang nicht die Rede…
Hier nun ein kurzer Überblick über die wesentlichen Punkte seines Wahlprogramms, das er unter den Leitspruch "Return the Good Life to California" gestellt hat:

Förderung kalifornischer Produkte
Kalifornien hat die besten Avocados und Orangen, den besten Wein, das beste Wetter, die besten Strände und das beste Marihuana.

Einführung einer "Sündensteuer"
Legalisierung und Besteuerung von Marihuana, Zusatzsteuer von einem Dollar auf jede Flasche Alkohol und jede Packung Zigaretten.

Öffnung der Grenzen zu Mexiko
Freier Zugang von Mexikanern zum US-Arbeitsmarkt zur Ankurbelung des Dienstleistungssektors, staatliche Mehreinnahmen durch deren Besteuerung.

Senkung der Kfz-Steuer
Hohe Kfz-Steuern belasten die Arbeiterklasse. Stattdessen: Höhere Besteuerung je nach Unfallhäufigkeit, hohe Strafen für Suff-Fahrer, Erhöhung der Bußgelder für Raser (50 Dollar für jede Meile über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit).

Höhere Besteuerung der Ölunternehmen
und Förderung von Erdgas-Technologien. Einsatz der Gewinne zur Rettung der Infrastruktur, zum Wiederaufbau Kaliforniens und zum Ausbau neuer Industriezweige.

Abkehr vom Erdöl
und Hinwendung zur Wind- und Solarenergie. Schaffung alternativer Energiekonzepte und Beseitigung der Abhängigkeit vom Erdöl aus Nahost.

Abschaffung von "Prop 8"
Schluss mit dem "California Marriage Protection Act" von 2008, nach dem in Kalifornien nur die Ehe zwischen Mann und Frau gültig ist und anerkannt wird - als Bonbon für Scheidungsanwälte und zur Beruhigung der Schwulen. Gleiche Rechte für alle, dann können sich die Schwulen endlich auch mal "so elend fühlen wie der Rest von uns (= wir Heterosexuellen) sich fühlt."

Aufhebung des Importverbots für kubanische Zigarren
und andere kubanische Produkte. Das Importverbot habe seit 50 Jahren schon nicht geklappt, außerdem rauche er wie Arnie auch gerne mal 'ne Zigarre.

Weitere erhellende Details, auch über die Beweggründe zu seiner Kandidatur, finden sich auf seiner Homepage, auf der der Besucher dem Anlass gemäß direkt mit der amerikanischen Nationalhymne begrüßt wird. Und über die aktuellen Entwicklungen seines Wahlkampfs und Neuigkeiten aus seinem Leben will er alle drei bis vier Tage in seinem Blog berichten.
Bisher hat er nach eigenen Angaben schon 300.000 Dollar für seine Kampagne aufgewendet. Bei diesem ausgewogenen Wahlprogramm muss sein gesundheitlich schwer gebeuteltes Eheweib Zsa Zsa Gabor jetzt nur noch ein paar zusätzliche Millionen locker machen, damit er sich seinen Traum (vom Polizistensohn zum Staatsmann) erfüllen kann. Und falls sie die Wahl im November 2010 nicht mehr erleben sollte, kann er, so er denn ihre Kohle erbt, die Wahlkampfmaschinerie so richtig fett schmieren…


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Montag, 16. Februar 2009

Video: Alle 44 Präsidenten der USA

Dieses Morphing-Video zeigt die bisherigen 44 Präsidenten der Vereinigten Staaten, von George Washington bis zu Barack Obama. Da ist so mancher Charakterkopf dabei, aber auch das eine oder andere Galgenvogel-Gesicht, das man sich ganz gut auf einem Steckbrief vorstellen könnte…

Aber schauen Sie selbst!


Wer sich die Herren mal in Ruhe und Großansicht einzeln betrachten möchte, sollte mal hier auf der Homepage des Weißen Hauses vorbeischauen; dazu kann man über jeden auch noch eine Fülle interessanter biografischer und politischer Details erfahren.



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Donnerstag, 30. Oktober 2008

Der Obama-Wahlwerbespot vom 29.10. (mit Video)

Am 29. Oktober landete Barack Obama seinen bisher spektakulärsten Werbe-Coup: Als Prime Time-Knüller platzierte er um 20 Uhr bei CBS, NBC, Fox, BET (Black Entertainment Television), TV One (ebenfalls einem Entertainment Channel für Afroamerikaner) sowie dem spanischsprachigen Sender Univision sein 30-minütiges Wahl-Infomercial mit dem Titel "American Stories, American Solutions".

Von den großen TV Networks klinkte sich lediglich ABC aus: Die Macher verweigerten zunächst die Buchung des Werbe-Slots, da sie unbedingt die mit starken Quotenproblemen kämpfende Serie "Pushing Daisies" ausstrahlen wollten. Und als sie dann doch Bereitschaft signalisierten, war der Zug abgefahren: Das Obama-Wahlkampfteam hatte die Slot-Buchungen bereits finalisiert.

CNN lehnte die Ausstrahlung des Obama-Werbespots mit der Begründung ab, man wolle das geplante Programmschema nicht umstellen und stattdessen lieber bei der eigenen Berichterstattung über den US-Wahlkampf bleiben.

Der Sportsender Fox hingegen machte die Ausstrahlung erst dadurch möglich, dass er mit der Major League Baseball eigens die Verschiebung eines zeitgleich stattfindenden Live-Spiels der World Series aushandelte. Und auch die CBS stellte kurzerhand ihren Sendeplan um, setzte die ursprünglich angesetzte 60-Minuten-Serie "Knight Rider" ab und verlängerte die Folgesendung "Deal Or No Deal" von 60 auf 90 Minuten, um im Zeitplan zu bleiben.

Hier der auch bei uns sehr medienträchtige 30-minütige Obama-Wahlwerbespot in voller Länge:




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Dienstag, 21. Oktober 2008

"Sarah Palin" (Tina Fey) meets Sarah Palin - Photos

Beim Auftritt von Sarah Palin in der Late Night Show "Saturday Night Live" (SNL) kam es am 18. Oktober zu einer denkwürdigen Begegnung: Eine Sekunde lang kreuzten sich die Wege der genialen Palin-Parodistin Tina Fey und der wahren Sarah Palin. Hier die spektakulären Fotos dieses Highlights der Show:

Tina Fey steht als Sarah Palin auf der Bühne…
… als Alec Baldwin auf sie zutritt und ihr ins Ohr flüstert,
dass die echte
Sarah Palin im Anmarsch ist.
Daraufhin geht Tina Fey nach rechts ab…
… während Sarah Palin von rechts die Bühne betritt…
… und sich anschließend ans Publikum wendet.
(Die Screenshots stammen aus einem Video der NBC)

Wenn man nicht aufgrund des Ablaufs wüsste, wer wer ist, könnte man die beiden Damen wirklich nicht auseinander halten!

Nähere Infos und Videos zu Sarah Palins Auftritt bei SNL gibt es in meinem Beitrag Videos: Sarah Palin (die echte) bei Saturday Night Live.


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Sonntag, 19. Oktober 2008

Videos: Sarah Palin (die echte) bei Saturday Night Live

Über Wochen hinweg wurde Sarah Palin durch die genialen Parodien der Schauspielerin Tina Fey systematisch zur Lachnummer der Nation aufgebaut: In der NBC-Comedyshow "Saturday Night Live" hatte Fey die VP-Kandidatin gnadenlos entlarvt – "ihren breiten Alaska-Midwest-Dialekt, ihre sinnfreien Bandwurmsätze, ihr Dauerzwinkern, ihre hilflose Gestik, ihre Schönheitswettbewerb-Routine" (Zitat Spiegel). Einige schöne Beispiele dafür zeigen die beiden Videos am Ende dieses Beitrags.

Am 18. Oktober war es dann endlich so weit: Sarah Palin machte ihre Ankündigung wahr, wagte sich in die Höhle des Löwen und war live-haftig zu Gast bei SNL.

Screenshot: NBC - Amy Poehler, Seth Meyers, Sarah Palin (v.l.)

Video 1: Opening Sketch
Nach einer kurzen fiktiven Pressekonferenz samt Catwalk-Einlage mit Tina Fey als Palin äußert sich die echte Sarah Palin (ab 2:40 min.) gegenüber Lorne Michaels, dem Executive Producer von SNL, zur Qualität der Parodie – und findet die Darstellung gar nicht realistisch. Alex Baldwin, Tinas Co-Star in der Sitcom "30 Steps", tritt hinzu und tut so, als halte er die echte Palin für Fey. Als er dann auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht wird, macht er artig Komplimente: "I see. Forgive me, but I feel I must say this -- you are way hotter in person" ("...Ich muss schon sagen - Sie sind leibhaftig noch viel schärfer").

Nur gegen Ende des Videos kreuzen sich kurz die Wege der beiden "Palins", bevor (die echte) Sarah Palin mit den legendären Worten "Live from New York, it's Saturday Night!!!" die Show eröffnet:

Ein vollständiges Transkript dieses (und auch des folgenden Videos) gibt es hier!

Video 2: Der Palin Alaska-Rap
Sarah Palin sitzt mit SNL-Komödiantin Amy Poehler und Moderator Seth Meyers auf dem Podium, und da sie den (vorgeblich vorher einstudierten) "Palin Rap" nicht selbst singen will, überlässt sie diesen Part Amy Poehler. Stumm wippt sie im Takt auf ihrem Sitz herum, und mechanisch mit den Fingern schnipsend lässt sie diese weitere Demütigung über sich ergehen…

Insgesamt hat Sarah Palin sich und ihrer Sache durch ihren Auftritt wohl eher einen Bärendienst erwiesen: Denn obwohl sie sich redlich Mühe gab, wirkte sie weitgehend hölzern und humorlos und reichte bei weitem nicht an die Qualität ihres Alter Ego Tina Fey heran… Hier zwei Beispiele:

Beispiel 1 - Fake bei Saturday Night Live:
Tina Fey als grandioses Palin-Double greift bei Saturday Night Live die Äußerungen der echten Sarah Palin auf, die sie im CBS-Interview mit Katie Couric von sich gab. Themen: Sarahs Trip nach New York, Russland und die Finanzkrise. Die Rolle der investigativen Journalistin Katie Couric wird von Amy Poehler verkörpert.

Beispiel 2 - Fake bei Saturday Night Live:
Sarah Palin (= Tina Fey) und Hillary Clinton (= Amy Poehler) äußern sich zum Thema Sexismus in der US-Wahlkampagne.

Als Hintergrundinfo zu Sarah Palins Auftritt bei SNL empfehle ich noch diesen Artikel bei Spiegel Online!


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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Videos: Letztes TV-Duell Obama vs McCain - Debatte und Reaktionen

"Auf zum letzten Gefecht" hieß es am 15.Oktober 2008: Die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain traten zum letzten TV-Duell vor den Wahlen an. Dieses Mal ging es um die Themen Wirtschafts- und Innenpolitik. Moderiert wurde diese "Nacht der langen Messer" von Bob Schieffer, dem Urgestein des politischen Journalismus in den USA.

John McCain zeigte sich – trotz seines nach wie vor schlecht haftenden Gebisses – zwar erheblich bissiger als in den beiden Debatten zuvor, konnte aber gegen Obamas schon fast präsidial anmutende Souveränität erneut nicht entscheidend punkten (s. Bericht im Spiegel). Hier die Videoaufzeichnung in voller Länge:

Teil 1 der Debatte (40 Min.):

Teil 2 der Debatte (50 Min.):

Nachlese und Reaktionen (20 Min.):

Beide Kandidaten sprachen in ihrer Argumentation oft stellvertretend den Otto Normalbürger der USA an, verkörpert durch einen Handwerker namens "Joe the Plumber" (Joe der Klempner). Was dieser Mann, der auf den bürgerlichen Namen Joseph Wurzelbacher hört und in Holland/Ohio zu Hause ist, von der Debatte hielt, erzählt er hier gegenüber CBS in einem Telefon-Interview von knapp 4 Minuten Länge:


Wer übrigens noch mal in das komplette Transkript des Rededuells reinschauen möchte, findet es hier!

Weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
1. TV-Duell Obama vs. McCain als Video (1h 36min.)
2. TV-Duell Obama vs. McCain 7.10.: Video (1h 54min.)




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Mittwoch, 8. Oktober 2008

2. TV-Duell Obama vs McCain 7.10.: Video (1h 54min.)

Beim zweiten TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain ging es schon ein wenig mehr zur Sache als bei der ersten "Presidential Debate" vom 26. September. Hier die Aufzeichnung der Debatte in voller Länge!

Hinweis: Vor dem eigentlichen Video läuft noch ein kurzer Werbespot!


Hier kann man übrigens das komplette Transcript noch mal nachlesen!


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Dienstag, 30. September 2008

TV-Duell Obama vs McCain als Video (1h 36min.)

Für alle, die im Detail nachvollziehen wollen, was die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain in der ersten "Presidendial Debate" am 26. September so zu erzählen hatten: Hier können Sie sich die Aufzeichnung der Live-Übertragung in voller Länge anschauen!

Sender: CBS
Ort: University of Mississippi
Moderator: Jim Lehrer

Hinweis: Vor dem eigentlichen Video der Debatte läuft noch ein kurzer Werbespot!

(Zur Vollbildansicht mit dem Mauszeiger über das Bild fahren und auf das Rechteck am Bildrand unten rechts klicken!)

Und wer das Ganze noch mal nachlesen will: Bei doxtop gibt es das komplette Transcript - zum Nachlesen und als PDF-Download!!

Update: Das komplette Video des 2. TV-Duells vom 7. Oktober gibt es hier!


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Samstag, 6. September 2008

Einbürgerungstest: Die Wiedergeburt Jugoslawiens (Video)

In der ARD-Show "Wie deutsch bist du wirklich?" vom 4. September 2008 wurden außer den von der Redaktion ausgearbeiteten Fragen auch Originalfragen aus dem Einbürgerungstest präsentiert. Neben der bereits häufig kritisierten Frage 5, nach deren "korrekter" Beantwortung man in Deutschland seinem Vermieter "auf Verlangen" freien Zutritt zur Wohnung gewähren muss,

löste auch Frage 232 des Einbürgerungstests allgemeines Kopfschütteln und eine längere Diskussion aus. Hier wird nämlich auf die Frage "Welches Land hat eine Grenze mit Deutschland?" auch Jugoslawien als Lösungsmöglichkeit angeboten. Aha, mag man denken, haben die Macher des Einbürgerungstests im Berliner "Institut für Qualität im Bildungswesen" etwa Insider-Kenntnisse einer wundersamen Wiedervereinigung auf dem Balkan, die uns Normalbürgern bisher vorenthalten wurden?

Na, da hat sich – ganz im Gegensatz zu Bushido – die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), ja so ziemlich um Kopf und Kragen geredet…

Übrigens hat Sebastian Edathy (SPD), der Vorsitzende des Innenausschusses im deutschen Bundestag, insgesamt 72 der 300 Fragen des Einbürgerungstests als fehlerhaft beanstandet, die teilweise überarbeitet oder ganz gestrichen werden müssten! Wer mal überprüfen will, wie "deutsch" er oder sie selbst ist: Hier gibt es alle 300 Fragen samt Antworten.


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Dienstag, 4. März 2008

Kommunalwahlen in Bayern: München 1899

Das ist die Bestätigung: Wen interessieren in München und im Umland schon (inter)nationale Belange? Wahlbeteiligung – häh? Da machen wir's uns am Wahltag doch besser gemüthlich!

Und die Frage, ob das Münchner Kindl vielleicht doch der/die/das bessere Kandidat/in für das Oberbürgermeisteramt gewesen wäre, ist nur am linken Rand interessant:

Fragen über Fragen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts nicht stellten. Da hatten die Leute anderes im Sinn. Und die Qual der Wahl gab es nicht:

In fröhlicher Stimmung bei schäumendem Bier
da machen wir Verse und senden sie dir.
Der Stoff, der schmeckt uns so wunderschön,

drum denken wir noch nicht ans nach Hause gehn.


Wahllokal dicht, prosit Bavaria!

Fotos/Scans/Transkription: © Don Farrago


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Dienstag, 2. Oktober 2007

Edmund Stoiber: Abgesang auf ein Urgestein

Am Wochenende nahm Eduard Stoiber auf dem CSU-Parteitag in einer wie üblich ergreifenden Rede offiziell Abschied von der großen politischen Bühne und zog sich ins zweite Glied zurück.

Die Medien überschlugen sich mit Lobreden, Nachrufen, Würdigungen und Reminiszenzen, und auch Stefan Raab widmete dem Großmeister der Rhetorik am 1. Oktober einen herzlichen Abschiedsgruß:


Wir verlieren mit ihm eines der letzten kantigen Urgesteine unserer politischen Landschaft, ein – je nach Sichtweise – Vor- oder Feindbild und gleichzeitig einen Mann, der uns in aufrechter Lübke'scher Tradition stets mit Perlen der Rhetorik beglückt hat:

Da kann einem schon ein wenig wehmütig ums Herz werden…

Ade-Ode an Ede

In diesem Sinne: Servus, Ede!


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Mittwoch, 1. August 2007

17. Juni 1953: BRD-Wochenschau vs. DDR-Wochenschau

Gestern habe ich im Bus eine Unterhaltung zwischen drei Jugendlichen "belauscht", in der ausgiebig über den Solidaritätszuschlag gelästert wurde. Nun gut, es gibt im Schlepptau der deutschen Wiedervereinigung gewiss einige Dinge, über man nicht gerade in Freudentränen ausbricht (z.B. Soli-Zuschlag hier, niedrigeres Lohnniveau dort). Als dann aber einer sagte, es wäre am besten, wenn man die Mauer wieder aufbauen würde, habe ich mich an Bilder erinnert, wie es noch vor gut 50 Jahren in deutschen Landen aussah…

Hier also für alle notorischen Nörgler, für diejenigen, die es immer noch nicht wissen (und für diejenigen, die es verdrängt oder einfach vergessen haben) eine kleine Nachhilfestunde in deutscher Geschichte: Von 1954 bis zum Jahr der Wiedervereinigung 1989 wurde in der Bundesrepublik Deutschland noch der 17. Juni als Nationalfeiertag ("Tag der deutschen Einheit") begangen, im Gedenken an den von der Volkspolizei und der russischen Armee niedergeschlagenen Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953.

Die folgenden beeindruckenden und bewegenden Original-Wochenschauausschnitte aus der BRD und der DDR belegen auf drastische Weise, warum damals von einem "Zusammenwachsen" noch keine Rede sein konnte.

Neue Deutsche Wochenschau (BRD):

DEFA-Wochenschau (DDR):

Auch die oben erwähnten notorischen Nörgler (Ossies und Wessies), die heutzutage noch gern über ihre Folgeproblemchen mit der Wiedervereinigung maulen, werden hoffentlich bei diesen und den folgenden Bildern feststellen, dass wir Deutschen beim "Zusammenwachsen" inzwischen doch schon ganz gute Fortschritte gemacht haben – auch wenn nicht alles optimal läuft oder geregelt ist!

Mauerfall


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Mittwoch, 4. Juli 2007

Grundsätzliches für Deutschland

Eines der "Standing Features" des ZDF-Magazins Frontal 21 ist die von mir hoch geschätzte Schluss-Glosse "Toll!", die in satirischer Form noch einmal Themen des politischen Tagesgeschehens aufgreift. In der Sendung vom 3. Juli machten sich Andreas Wiemers und Werner Martin Doyé 2 Minuten und 18 Sekunden lang ihre ganz eigenen Gedanken über die deutsche Parteienlandschaft: Was ist "links", was ist "rechts", und wie unterscheiden sich eigentlich die Parteiprogramme?

Hier geht's zum Video. Da kann man nur sagen: Toll!



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Freitag, 29. Juni 2007

Che Guevara und der Untergang Deutschlands

Ist die SPD links? Oder gar revolutionär? Ein Schelm, der diese Fragen mit "Ja" beantwortet! Und trotzdem wird die SPD jetzt in eine Ecke gedrängt, in der sie sich ohnehin kaum noch auskennt…

Da hat doch tatsächlich vor ca. zwei Jahren irgendein SPD-Mensch im Düsseldorfer Landtag im Flur des SPD-Fraktionstrakts arglos ein selbstkopiertes Poster von Che Guevara (s/w, DIN A4) aufgehängt. Und nun verirrte sich der CDU-Hinterbänkler Olaf Lehne aus "dienstlichen Gründen" (?) in eben diesen Gebäudeflügel der SPD und entdeckte neben dem Büro E5 C80, an einer Glastür, dieses staatsgefährdende Relikt. Geschockt und in aufrechter Empörung wandte sich Lehne umgehend in einem offenen Brief an die Landtagspräsidentin Regina van Dinther (CDU) und die SPD-Fraktionschefin Hannelore Kraft und forderte die sofortige Entfernung des anrüchigen Plakats.

Bild: Blog der NRW-SPD

Das, wofür Che Guevara stehe, widerspreche "dem freiheitlich-demokratischen Geist des Landtages". Und die Kampfparole "Hasta la victoria siempre" (Immer weiter bis zum Sieg) sei eine Aufforderung zur "Abschaffung unserer Demokratie, unseres Rechtsstaates, unserer Freiheit". Weitere Details zu dieser Sommerloch-Posse gibt es in der taz.

Da passt übrigens auch folgendes Statement des Herrn Lehne gut ins Bild, das er gegenüber der Frankfurter Rundschau abgab: Er räumte im Gespräch mit der FR ein, dass er selbst schon mal im Kuba-Urlaub eine Che-Postkarte gekauft habe – aber das sei doch "etwas ganz anderes".

Auch Lehne ist ein Kämpfertyp und will sich in seinem einsamen Kreuzzug für einen sauberen Landtag nicht beirren lassen – ¿hasta siempre? Vielleicht bereitet er im stillen Kämmerlein ja auch schon eine symbolische T-Shirt-Verbrennung vor…



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Samstag, 14. April 2007

Aktion "Bremst den Schäuble"

Wer bremst ihn eigentlich – unseren Bundesinnenpsychopathen, diesen Hardcore-1984er, den Möchtegern-Wiedereinführer von Ermächtigungsgesetzen, den Passagierflugzeug-
Abschussbefürworter, den Initiator der Bundestrojaner, den Foto- und Biometriedaten-
Propagandisten, den Grundgesetz-Unterwanderer und Chef-Beschneider der Bürgerrechte Wolfgang Schäuble? Hat eine posttraumatische Belastungsstörung sein Urteilsvermögen vollends getrübt? Und ist er nicht langsam selbst ein bedenkliches Sicherheitsrisiko?

Diesen Fragen widmen sich auch Mathias Richling und die ARD...

Mathias Richling in "Zwerch trifft Fell", 3.02.2007 (Dauer 5:15 Min.)

ARD "Monitor", 12.04.2007 (Dauer 6:55 Min.)


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Dienstag, 3. April 2007

Hitler und der G8-Gipfel

Im Jahre 1932 hat die Kreisstadt Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde verliehen. Nun gut, mag man sagen, das haben schließlich auch Tausende andere deutsche Gemeinden in brauner Vorzeit so gehandhabt... wäre da nicht der Umstand, dass Bad Doberan die erste deutsche Stadt überhaupt war, die Hitler diese Ehre zuteil werden ließ – und das noch vor seiner Machtergreifung!

Und eine besonders pikante Würze erhält diese Tatsache noch dadurch, dass in diesem Landkreis das idyllische Ostseebad Heiligendamm liegt, in dem im Juni der G8-Gipfel stattfindet! Im Ausland hat sich die peinliche Situation natürlich schon lange und rasant herumgesprochen und für harsche Kritik gesorgt.

Zwar glauben die Stadtpolitiker und Historiker, dass sich im Stadtarchiv irgendwo ein bislang unbekanntes DDR-Dokument befinden müsse, das diese Ehrenbürgerschaft aufhebt, doch ob es tatsächlich existiert und ob dieser Vorgang je stattgefunden hat, ist bislang nirgendwo belegt. Und andere Historiker sind ohnehin der Meinung, dass eine Ehrenbürgerschaft automatisch mit dem Tode des so Geehrten erlischt.

Sicher ist sicher, haben sich die Stadtväter von Bad Doberan da gesagt, und haben am 2. April einstimmig und offiziell die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers aufgehoben. Das wurde aber auch mal Zeit, wie ich finde... nach 75 Jahren!


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Donnerstag, 29. März 2007

Geiselvideo: Britische Soldaten im Iran

Am Freitag Abend strahlte das iranische Staatsfernsehen über den arabischsprachigen Satellitensender al-Alam Videoaufnahmen der 15 im Iran festgehaltenen britischen Marinesoldaten, darunter auch eine 26jährige Frau, aus.

Es sind die ersten Bilder der britischen Geiseln seit ihrer Festnahme vor fünf Tagen... getreu dem Motto: Na schaut mal, wie gut es denen geht! Zugleich brüstet sich das Mullah-Regime mit angeblichen Geständnissen der Gruppe.

Hier das Propaganda-Video. Bildet euch eure Meinung selbst!


Weitere Infos zum Video, zum aktuellen Stand der Geiselaffäre und zur empörten Reaktion der britischen Regierung auf die Zurschaustellung der Geiseln: ---> Spiegel Online.


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Montag, 12. Februar 2007

RAF: Freilassung für Brigitte Mohnhaupt!

Die Ex-Terroristin Brigitte Mohnhaupt wird nach fast 25 Jahren Haft am 27. März vorzeitig aus der Haft entlassen. Das entschied heute das Stuttgarter Oberlandesgericht. Damit gab das Gericht dem Antrag der heute 57-jährigen Ex-Terroristin statt. Der Rest ihrer Strafe wird für 5 Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass von Brigitte Mohnhaupt keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit ausgeht.

Brigitte Mohnhaupt gehörte zur Führungsriege der so genannten "Zweiten Generation" der RAF. Sie war 1977 mit verantwortlich für die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Schleier. Im gleichen Jahr wurden auch General-Bundesanwalt Buback und der Dresdner-Bank-Chef Ponto ermordet.

Fahndungsfotos von Ulrike Meinhof und Andreas Baader

Damit ist ein Teil der kontroversen Diskussionen um eine mögliche Freilassung von RAF-Terroristen zunächst abgeschlossen. Weiterhin offen ist, ob auch Christian Klar mit einer vorzeitigen Haftentlassung rechnen kann. Dazu müsste er allerdings von Bundespräsident Köhler begnadigt werden.


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Montag, 5. Februar 2007

Andere Länder, andere Sitten...

Andere Länder machen wesentlich weniger Federlesens mit Spitzenmanagern, die sich des Vertrauensbruchs und der Bestechung schuldig gemacht haben: Chung Mong Koo, der Vorstandsvorsitzende des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai, wurde von einem Gericht in Seoul zu drei Jahren Haft verurteilt.

Nachdem er noch Mitte letzten Jahres gegen eine Kaution von umgerechnet 828.000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden war, wurde er jetzt für schuldig befunden, 52 Mio. Euro an Firmengeldern unterschlagen und damit hochrangige Staatsbeamte und Politiker bestochen zu haben. Die asiatischen Finanzmärkte reagierten prompt: Der Kurs der Hyundai-Aktie sackte im Vormittagshandel um fast zwei Prozent ab.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert. Hyundai kündigte an, man wolle das Urteil anfechten.

Über solche Urteile können bei uns Hartz und Co. nur gepflegt schmunzeln...

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Mittwoch, 31. Januar 2007

Weltbank-Präsident Wolfowitz zieht blank

Da staunten seine Begleiter nicht schlecht: Weltbank-Chef Paul Wolfowitz wollte während seines Türkei-Besuchs auch die berühmte Selimiye-Moschee in Edirne besichtigen. Als er, wie es die Sitte erfordert, seine Schuhe vor dem Sakralbau auszog, fielen die Blicke der verblüfften Umstehenden auf zwei Löcher in seinen Socken, aus denen jeweils ein großer Zeh hervorlugte...

Die nackte Wahrheit...

Sobald Wolfowitz die peinliche Situation bemerkte, verbarg er die Socken des Anstoßes schnell in einem Paar Pantoffeln. "Der Chef des Geldes hat Löcher in den Socken", höhnte am Montag die türkische Zeitung "Hürriyet".

Dieses Vorkommnis blieb jedoch nicht die einzige Blöße, die der 63-Jährige sich an diesem Tag gab. Als er später in einem Bazar zwei silberne Armreifen für seine Töchter erstehen wollte (Preis: ca. 150 Euronen), reichte sein Kleingeld nicht. Aber wofür hat der Mann von Geld Welt Bodyguards dabei? Richtig, damit er sie anpumpen kann...

Und was lernen wir daraus? Auch in einem feinen Zwirn steckt manchmal eine arme Socke...


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