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Don Farrago: Sergej M. Eisenstein, das russische Regie-Genie

Montag, 11. Februar 2008

Sergej M. Eisenstein, das russische Regie-Genie

Vor 60 Jahren, am 11.2.1948, starb der geniale russische Film-Regisseur Sergej Eisenstein, über den die Film-Zeit in ihrer ausführlichen Biographie schrieb:

"Dass Montage mehr ist als das bloße Aneinanderreihen von Bildern, zeigt kein Regisseur besser als Sergej M. Eisenstein. Er gilt sowohl theoretisch wie auch handwerklich als einer der größten Innovatoren der Filmgeschichte. Grundlegende Aspekte der Montage gehen auf ihn zurück, wobei nicht ausschließlich der Erzählfluss wie im klassischen Hollywoodkino im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit steht. Er ist Begründer einer auf rhythmischen Prinzipien, Konflikt, Kontrast und Tempowechsel zielenden Montageform."

Sein wohl bedeutendstes Werk ist der Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" aus dem Jahre 1925, der mehrfach als bester Film aller Zeiten ausgezeichnet wurde und auch heute noch zu den beeindruckendsten und einflussreichsten Werken der Filmgeschichte zählt. Im Stile eines antiken Dramas in 5 Akten beleuchtet Eisenstein in eindringlichen Bildern einen Matrosenaufstand aus dem russischen Revolutionsjahr 1905 und dessen Folgen.

Die bekannteste Szene des Films, das Treppenmassaker am Hafen von Odessa, ist zwar fiktiv, gehört aber dennoch zu einer der meistimitierten Szenen der Filmgeschichte. Hier die Sequenz im Original (unterlegt mit der Musik von Dmitri Schostakowitsch):



Hier die verkürzte Originalszene, danach ein "Sequel" aus Brian de Palmas "Die Unbestechlichen", gefolgt von einer Parodie aus "Die nackte Kanone 33 1/3":



Und hier die Treppenszene, zu der die Pet Shop Boys den Soundtrack neu einspielten:



Bei Veoh kann man sich übrigens den Film in voller Länge herunterladen; weitere Downloadmöglichkeiten für unterschiedliche Video-Formate und Auflösungen bietet das Internet Archive. Und noch eine gute Nachricht am Rande: Die Downloads sind absolut legal (Stichwort: Public Domain).

Ein Film, den man gesehen haben muss – und dessen subtile Darstellungsmittel sich häufig erst beim zweiten oder dritten Betrachten erschließen!


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2 Kommentare:

Am/um 13.02.08, 23:29 , Anonymous Claudia meinte...

Großartiger Film. Für mich ist eine der gruseligsten und Szenen übrigens die Großaufnahme von dem Fleisch für die Schiffsmannschaft… der reine Horror.

 
Am/um 14.02.08, 17:27 , Blogger Don Farrago meinte...

Yep – Maden und Würmer, wie im Dschungel-Camp…
Ich habe mir den Film in der Nacht zum Dienstag noch mal im MDR angesehen. Dort wurde natürlich eine (leicht gekürzte) DEFA-Bearbeitung gezeigt, und die marktschreierischen Politpropaganda-Kommentare am Anfang und am Ende des Films im Stile der Weltkriegs-Wochenschauen haben den Gesamteindruck arg getrübt.

 

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