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Don Farrago

Donnerstag, 18. September 2008

Blogparade: Zehn persönliche Buchempfehlungen

Vor ein paar Tagen rief Marcel in seinem Blog dazu auf, eine persönliche Liste der "10 Bücher, die man gelesen haben muss" aufzustellen. Und nachdem mich auch Dolcevita vom Lesekreis freundlich aufgefordert hat, meinen Senf dazu zu geben, will ich es mal versuchen.

Ich tu mich immer schwer, wenn ich bei sehr subjektiv wahrgenommenen Genüssen (Musik, Literatur, Sex etc.) Empfehlungen abgeben soll. Das sind Dinge, die erlebt jeder anders, und auch die Vorlieben ändern sich im Laufe der Zeit. Schon bei der Frage, welche fünf Lieder ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde, stand ich kürzlich vor der Qual der Wahl und habe mich konsequent zu einer Art Verweigerungshaltung entschieden.

Bei Büchern sieht das natürlich etwas anders aus. Ich gehöre zu den (altmodischen?) Leuten, die beim Lesen auf die haptische und taktile Wahrnehmung äußerst ungern verzichten – trotz zuweilen gern genutzter Alternativen wie E- und Audio-Books. Ich habe schon mit sechs Jahren angefangen, jedes Buch, das mir in die Finger kam, zumindest anzulesen und bei weitergehendem Interesse trotz elterlichen Verbots nächtens im Kinderzimmer heimlich zu "verschlingen" – was einmal dazu führte, das ich mich fast mitsamt Elternhaus abgefackelt hätte, weil ich mit Buch (ich glaube, es war "Ardistan" von Karl May) und eingeschalteter Nachttischlampe unter der Bettdecke eingeschlafen bin…

Zehn Bücher auszuwählen oder zu empfehlen, fällt mir also naturgemäß sehr schwer. Es gibt Werke, die würden eigentlich in diese Liste gehören (z.B. die Bibel, der Rechtschreib-Duden, das Kamasutra, die Ilias, das "Buch der Lieder" von Heine, die Parallelbiographien des Plutarch, die "Encyclopædia Britannica"…), doch die lasse ich in meiner Liste mal außen vor.

Stattdessen wähle ich einen ganz anderen Ansatz und mache meine Lesevorschläge nach den Heimatländern der Autoren. Dabei nehme ich mir das Recht heraus, für die meisten der 10 Länder noch einen Alternativvorschlag zu benennen – wobei das als "alternativ" bezeichnete Buch keineswegs geringere Wertschätzung verdient. Nun denn, auf geht's:

Brasilien
Paulo Coelho: Der Alchimist; alternativ:
Jorge Amado: Herren des Strandes

Deutschland
Hermann Hesse: Der Steppenwolf; alternativ:
Heinrich Böll: Und sagte kein einziges Wort

England

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe; alternativ:
Charles Dickens: A Tale of Two Cities

Frankreich

Albert Camus: Die Pest; alternativ:
Charles Baudelaire: Les FLeurs du Mal

Italien
Giovanni Boccaccio: Decameron; alternativ:
Alberto Moravia: La Noia

Kolumbien
Gabriel García Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit

Mexiko
Carlos Fuentes:Terra Nostra

Russland
F. M. Dostojewski: Der Idiot; alternativ:
Alexander Solschenizyn: Der Archipel Gulag

Schweiz:
Max Frisch: Homo Faber; alternativ:
Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker


USA
John Steinbeck: Straße der Ölsardinen; alternativ:
Noah Gordon: Der Medicus

So, das war's. Und bevor ich mich noch mal umentscheide, geht der Beitrag sofort raus. Jetzt würde mich aber noch sehr interessieren, was die Kalliopevorleserin aus Berlin dem geneigten Leser so ans Herz legt...


Fotos:
1.
Cat'n'books by 0olong
2.
Bücher, libri, books by zak mc


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Donnerstag, 13. September 2007

Forschung: Was machen die Augen beim Lesen?

Britische Wissenschaftler haben das Geheimnis der Augenbewegungen beim Lesen entschlüsselt. Entsprechende Erkenntnisse wurden am Wochenende auf dem BA Festival of Science in York präsentiert. Bisher war man der Meinung, beim Lesen seien beide Augen stets auf denselben Buchstaben fokussiert, doch jetzt steht fest, dass dies nicht immer zutrifft.

M. C. Escher: Das Auge (zum Vergrößern anklicken)

Stattdessen stellte sich heraus, dass das linke und das rechte Auge beim Lesen fast die Hälfte der Zeit simultan auf verschiedene Buchstaben ausgerichtet sind. Probanden bekamen Texte in 14-Punkt-Schrift vorgelegt, die sie aus einer Entfernung von einem Meter lesen mussten, während ihre Augenbewegungen mit Spezialgeräten erfasst und aufgezeichnet wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die Augen sich nicht stetig über einen Text bewegen, sondern dass sie kleine sprunghafte Bewegungen machen, eine Zeitlang bei einem bestimmten Wort verweilen und sich dann weiter über den Text bewegen.

Die Zeitpunkte, zu denen die Augen an einer Stelle stehen bleiben, werden als "Fixierung" bezeichnet. "Wir haben herausgefunden, dass bei einer Großzahl der Fixierungen, die der Mensch beim Lesen vornimmt, die Augen nicht denselben Buchstaben betrachten", sagte Professor Simon Liversedge von der University of Southampton. Stattdessen seien die Augen häufig auf verschiedene Buchstaben in demselben Wort fokussiert.
Die Grafik zeigt die drei möglichen Blicklinien, die bei den Untersuchungen festgestellt wurden: links die bisher als normal betrachtete Blickweise, in der die Augen beim Lesen auf denselben Buchstaben ausgerichtet sind (53% der Zeit), in der Mitte den Blick auf verschiedene Buchstaben, ohne dass sich die Blicklinien überkreuzen (39%), und rechts die Überkreuz-Blickweise, die immerhin noch 8% ausmacht.

Ein Folgeexperiment ergab, dass wir beim Lesen nur deswegen ein klares Bild sehen, weil unser Gehirn die verschiedenen Ansichten, die uns unsere Augen liefern, miteinander verschmilzt. Das Gehirn unterdrückt also nicht das eine Bild, während es das andere verarbeitet, sondern es werden die Informationen beider Augen genutzt.

Das Gesamtverständnis der psychologischen Prozesse, die beim Lesen ablaufen, ist laut Prof. Liversedge von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung besserer Methoden, um Kindern das Lesen beizubringen und Menschen mit Leseschwächen wie etwa der Dyslexie zu fördern.


Quelle: BBC News
Zur Vertiefung des Themas: Das Geheimnis der selektiven Wahrnehmung


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Donnerstag, 30. August 2007

Lesestöckchen: Was, wo, wie?

Die Kalliopevorleserin hat mit ihrem Lesestöckchen nachhaltig unter Beweis gestellt, dass sie ab und zu auch mal nur still vor sich hin liest und nicht nur vor Tausenden gebannt lauschender Zuhörer in ausverkauften Literatur-Arenen ausgewählte Werke der Weltliteratur vorträgt. Und weil sie mir dieses Stöckchen zugeworfen hat, gebe ich jetzt auch einen Überblick über meine Lesegewohnheiten:

Ich lese gerade:
Nach vielen, vielen Jahren mal wieder "Musashi" von Eiji Yoshikawa und, so als Kontrapunkt, "Die Masken der Mütter" von meiner Lieblings-Krimitante Ruth Rendell.

Drei Bücher, die mich immer wieder faszinieren:
Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer; Äsop: Fabeln (und gleichermaßen deren Revitalisierung durch Jean de la Fontaine); Heinrich Heine: Buch der Lieder.

Ein Buch, das ich ausdrücklich nicht empfehle:
"Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" von Peter Handke; sein Schreibstil macht mich ganz kirre. Ich hab früher doch tatsächlich mal gedacht, das wäre ein Buch über Fußball… ;-)

Drei Autoren, die ich für preiswürdig halte (unabhängig von evtl. tatsächlich erfolgten Preisverleihungen):
Joseph Conrad, Ian McEwan, Jörg Juretzka (weil er so schöne lokalkoloritische Ruhrpott-Krimis schreibt)

Mein Lieblingsgedicht:
Chanson d'automne von Paul Verlaine - ein Gedicht, dieses Gedicht, vor allem, wenn man es hört (wie zum Beispiel hier, vorgetragen vom unvergleichlichen Léo Ferré):


Dagegen fällt diese von einem Japaner rezitierte Fassung doch deutlich ab… ;-)

Ort und Stellung zum genußvollen Lesen:
Mein geliebter Ohrensessel, Bett, Badewanne, bei schönem Wetter Liegestuhl im Garten u.ä.; die Stellung/Position ergibt sich aus dem Ort. In S-Bahnen, Zügen usw. lese ich meist nur Zeitung/Zeitschriften.

Ernährung während des Lesens:
Flüssige Nahrung: Vorwiegend Kaffee oder Wein (if any); feste Nahrung: wie bei der Vorleserin alles, was man aus der Hand essen kann. Das gilt allerdings nur bedingt für Bett und Badewanne!

So, und nun reiche ich das Stöckchen weiter an Dolcevita und Dolce!


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Dienstag, 14. August 2007

Wettbewerb: Der schönste erste Satz

Mit dem ersten Satz wird der Stein ins Rollen gebracht. Der erste Satz ist Versprechen, Duftmarke, Rätsel, Schlaglicht – kurz: der Brühwürfel, mit dem die ganze folgende Suppe gekocht wird. (Thomas Brussig, 2007)

Der erste Satz ist wichtig. In der Liebe wie auch in der Literatur. Ein guter erster Satz entscheidet oftmals schon darüber, ob wir uns in einen Menschen oder in ein Buch verlieben, ob wir berührt werden und uns voller Neugier auf das Versprechen einer guten Geschichte einlassen.

Noch bis zum 21. September 2007 wollen die Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen der Magie erster Sätze auf die Spur kommen. Mitmachen kann jeder: Erwachsene, Jugendliche und Kinder sind aufgerufen, den Titel eines deutschsprachigen Buches vorzuschlagen, dessen erster Satz sie besonders bezaubert, beeindruckt oder neugierig gemacht hat und der das Versprechen auf ein aufregendes Lesevergnügen dann auch eingehalten hat.

Für den
Wettbewerb in Frage kommen alle deutschsprachigen Romane und Erzählungen, von der Unterhaltungsliteratur bis zu den Klassikern, sowie Bücher aus der Kinder- und Jugendliteratur.

Die Teilnehmer müssen ihre Wahl begründen: Welche Erwartungen weckt der erste Satz? Welche Stimmung löst er aus? Und vor allem: Hält die Geschichte, was der erste Satz verspricht? Die von einer prominenten Jury ausgewählten Sieger werden bei einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt und mit wertvollen Preisen ausgezeichnet. Eine Auswahl der schönsten ersten Sätze wird dann im November in einem illustrierten Geschenkband veröffentlicht.

Einer der ersten Sätze, die mich in meiner Jugendzeit besonders fasziniert haben, war folgender:

Bei seiner ersten Rückkunft aus dem entdeckten Amerika hatte Kolumbus auf seinem Triumphzug durch die gedrängten Straßen Sevillas und Barcelonas eine Unzahl Kostbarkeiten und Kuriositäten gezeigt, rotfarbene Menschen einer bisher unbekannten Rasse, nie gesehene Tiere, die bunten, schreienden Papageien, die schwerfälligen Tapire, dann merkwürdige Pflanzen und Früchte, die bald in Europa ihre Heimat finden werden, das indische Korn, den Tabak und die Kokosnuß.
Dieser erste Satz hat dann dazu geführt, dass ich das Buch mit sämtlichen Geschichten gebannt fast in einem Rutsch durchgelesen habe...

Also: Bis zum 21. September ist noch genügend Zeit, den persönlichen Favoriten für den Wettbewerb einzureichen!


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Sonntag, 22. Juli 2007

Harry Potter 7: Alles, was das Herz begehrt!

Nun gut, ich bin nicht unbedingt ein Harry-Potter-Fan. Und ich kann mir auch in Deutschland noch kein iPhone kaufen. Aber da ich ein weltoffener Mensch bin, gehen diese Hypes auch an mir nicht spurlos vorüber, und so habe ich bereits am 30.6. den Run auf das iPhone in den USA mitverfolgt – bis eBay bei einem Gebot von 99 Millionen Dollar (!!!) für 1 (in Worten ein) einziges EiPhone eingeknickt ist.

Also habe ich mir auch am 21.7., pünktlich zum internationalen Release von "Harry Potter And The Deathly Hallows", die Zeit genommen, mal ein bisschen im Netz rumzucruisen. Nachdem schon im Vorfeld in Bloggerland ein munteres Linkbaiting stattgefunden hatte und ganze Wälder zum Verteilen von Stöckchen abgeholzt worden waren (wer stirbt oder tötet wen wann warum wenn überhaupt Seite xyz Harry heiratet wird / ist schwul usw.), wollte ich – wen wundert's – das Release des wohl (vorerst) letzten Harry-Potter-Bandes virtuell mitverfolgen. Um 1 h 22 min sah es z.B. im Blog-Spion von bloggerei.de so aus:
Da hatte allerdings die dpa (um 1 h 08 min) schon allen Todes-Spekulationen ein Ende gesetzt und die frohe Nachricht fleißig über ihre Ticker verbreitet. Google verzeichnete um 1 h 40 min 189 Millionen Harry-Potter-Seiten im Netz:
Aktuell sind es 201 Millionen Seiten (Google zählt nur noch in vollen Millionen, das Kleinzeug interessiert doch sowieso keine Sau). Also hab ich mir gedacht: Hey, Don, da sind so viele Potter-Junkies da draußen, die wollen wissen, was im Potter-Allerscheinheiligen-Band so abgeht. Und die haben vielleicht nicht das Geld oder den Bock, sich das englische Original zu kaufen… Brauchen sie auch nicht, denn bei Scripd können sie jetzt das komplette Buch online lesen (oder runterladen)!

Und auch für diejenigen, die nur rudimentäre Englisch-Kenntnisse haben und/oder nicht bis zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung warten wollen, gibt es Abhilfe: Paul (wer ist eigentlich Paul?) hat bereits eine deutsche Zusammenfassung der ersten 10 Kapitel (von insgesamt 36 Kapiteln) ins Netz gestellt und arbeitet weiter dran – ein toller Service, besonders geeignet übrigens für Leute, die in der Schule, im Büro oder sonst wo mitreden oder mit ihren Pseudo-Kenntnissen punkten wollen!

Ich persönlich bin übrigens immer noch der Meinung, dass Harry Potter schwul ist und dass er sich darüber nur noch nicht so richtig im Klaren ist. Er soll ja schon bei Domian angerufen haben, um sich Rat zu holen, aber Domian hat noch Sommerpause. Vielleicht erfahren wir ja in Band 8 Näheres…


Komplettes Buch lesen / downloaden

Deutsche Zusammenfassung lesen




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Samstag, 7. Juli 2007

Toiletten-Artikel

Wer hätte das gedacht? Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts gfk verbringen Männer im Schnitt mehr Zeit auf der Toilette als Frauen.

Und jeder zweite Erwachsene liest auf dem Klo: Der Herr der Schöpfung greift dabei vorwiegend zu Tageszeitungen oder Computerzeitschriften, während die Damenwelt – wen wundert's – sich die Zeit mit Romanen oder Frauenmagazinen verkürzt. Ob da allerdings beleuchtete Klobrillen ausreichend Licht zum Lesen bieten, lässt sich mit Fug und Recht bezweifeln… Dieses Beleuchtungsproblem hat die jüngere Generation nicht: Die Altersgruppe von 14 bis 29 erledigt auf dem "stillen" Örtchen gerne mal eine dringende SMS und/oder übertönt die anfallenden Umgebungsgeräusche mit Musik vom MP3-Player (Quelle: Netzeitung).

Und damit nicht alles, was in der Toilette heruntergespült wird, auf immer und ewig verloren ist, hat der russische Luft- und Raumfahrtkonzern RSC Energia eine Urin-Recycling-Toilette entwickelt. Die Nasa hat jetzt diesen Hightech-Abort, der Urin wieder zu Trinkwasser umwandelt, für 19 Millionen Dollar aufgekauft. Ab 2008 soll diese Trinkwasser-Aufbereitungsanlage dann im amerikanischen Teil der Internationalen Raumstation ISS eingesetzt werden. Mhhhh – lecker!

Toiletten lassen sich neuerdings auch mit Erfolg zu Werbezwecken einsetzen, wie dieses Beispiel für Guerilla-Marketing anschaulich zeigt:


An dieser Stelle meines Toiletten-Artikels möchte ich noch mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen: Man sagt ja gemeinhin, dass nur Frauen gern zu zweit oder zu dritt aufs Klo gehen. Dass dies auch für Männer gilt, sieht man hier:


Und dass auch Frauen das Örtchen in dringenden Fällen zuweilen allein aufsuchen, beweist diese junge Dame:


Natürlich ist es ratsam, sich vorher davon zu überzeugen, dass die Toilette auch nicht anderweitig belegt ist!


Anders bei dieser Katze: Als sie sieht, dass ihr der fette Happen durch die Lappen gegangen ist, macht sie sich frustriert Luft…


Auf anderen Toiletten wiederum sagt man sich unwillkürlich: "Was für eine Schweinerei!"


In diesem Sinne: Gute Verrichtung allerseits!


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