Blogparade: Zehn persönliche Buchempfehlungen
Vor ein paar Tagen rief Marcel in seinem Blog dazu auf, eine persönliche Liste der "10 Bücher, die man gelesen haben muss" aufzustellen. Und nachdem mich auch Dolcevita vom Lesekreis freundlich aufgefordert hat, meinen Senf dazu zu geben, will ich es mal versuchen.
Ich tu mich immer schwer, wenn ich bei sehr subjektiv wahrgenommenen Genüssen (Musik, Literatur, Sex etc.) Empfehlungen abgeben soll. Das sind Dinge, die erlebt jeder anders, und auch die Vorlieben ändern sich im Laufe der Zeit. Schon bei der Frage, welche fünf Lieder ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde, stand ich kürzlich vor der Qual der Wahl und habe mich konsequent zu einer Art Verweigerungshaltung entschieden.
Bei Büchern sieht das natürlich etwas anders aus. Ich gehöre zu den (altmodischen?) Leuten, die beim Lesen auf die haptische und taktile Wahrnehmung äußerst ungern verzichten – trotz zuweilen gern genutzter Alternativen wie E- und Audio-Books. Ich habe schon mit sechs Jahren angefangen, jedes Buch, das mir in die Finger kam, zumindest anzulesen und bei weitergehendem Interesse trotz elterlichen Verbots nächtens im Kinderzimmer heimlich zu "verschlingen" – was einmal dazu führte, das ich mich fast mitsamt Elternhaus abgefackelt hätte, weil ich mit Buch (ich glaube, es war "Ardistan" von Karl May) und eingeschalteter Nachttischlampe unter der Bettdecke eingeschlafen bin…
Zehn Bücher auszuwählen oder zu empfehlen, fällt mir also naturgemäß sehr schwer. Es gibt Werke, die würden eigentlich in diese Liste gehören (z.B. die Bibel, der Rechtschreib-Duden, das Kamasutra, die Ilias, das "Buch der Lieder" von Heine, die Parallelbiographien des Plutarch, die "Encyclopædia Britannica"…), doch die lasse ich in meiner Liste mal außen vor.
Stattdessen wähle ich einen ganz anderen Ansatz und mache meine Lesevorschläge nach den Heimatländern der Autoren. Dabei nehme ich mir das Recht heraus, für die meisten der 10 Länder noch einen Alternativvorschlag zu benennen – wobei das als "alternativ" bezeichnete Buch keineswegs geringere Wertschätzung verdient. Nun denn, auf geht's:
Brasilien
Paulo Coelho: Der Alchimist; alternativ:
Jorge Amado: Herren des Strandes
Deutschland
Hermann Hesse: Der Steppenwolf; alternativ:
Heinrich Böll: Und sagte kein einziges Wort
England
J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe; alternativ:
Charles Dickens: A Tale of Two Cities
Frankreich
Albert Camus: Die Pest; alternativ:
Charles Baudelaire: Les FLeurs du Mal
Italien
Giovanni Boccaccio: Decameron; alternativ:
Alberto Moravia: La Noia
Kolumbien
Gabriel García Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit
Mexiko
Carlos Fuentes:Terra Nostra
Russland
F. M. Dostojewski: Der Idiot; alternativ:
Alexander Solschenizyn: Der Archipel Gulag
Schweiz:
Max Frisch: Homo Faber; alternativ:
Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker
USA
John Steinbeck: Straße der Ölsardinen; alternativ:
Noah Gordon: Der Medicus
So, das war's. Und bevor ich mich noch mal umentscheide, geht der Beitrag sofort raus. Jetzt würde mich aber noch sehr interessieren, was die Kalliopevorleserin aus Berlin dem geneigten Leser so ans Herz legt...
Fotos:
1. Cat'n'books by 0olong
2. Bücher, libri, books by zak mc
Labels: Blogparade, Buchempfehlungen, Bücher, Lesen, Literatur, Stöckchen




















