Jetzt ist die EM 2008 seit einer Woche vorbei, und sie wurde statistisch bis ins kleinste Detail ausgewertet und seziert. Was die wahre Würze eines solchen Turniers ausmacht, das sind natürlich die Tore. Davon gab es im regulären Spielverlauf der 31 Begegnungen 77 Stück (übrigens exakt so viele wie bei der EM 2004), das entspricht 2,48 Toren pro Spiel. In diesem Video-Zusammenschnitt kann man sich alle Tore noch mal genüsslich anschauen – ein regelrechtes Tor-Feuerwerk!
Der folgende Zusammenschnitt zeigt noch mal alle Tore der deutschen Nationalmannschaft:
Allen, die sich noch für weitere wesentliche oder Bagatell-Details zum Turnier, zu den Spielen, den Mannschaften oder Einzelspielern interessieren, empfehle ich die EURO 2008-Statistikseiten der UEFA und den Castrol Performance Index!
Er hat also tatsächlich Wort gehalten, der Wirt der angesagten Trattoria Remo's auf St. Pauli: Er hatte mit Stammgästen gewettet, Italien werde ins Finale der EURO 2008 einziehen und gegen Deutschland den Titel holen. Sollte er die Wette verlieren, werde er sein Restaurant entsprechend umbenennen.
Nach dem Ausscheiden der Squadra Azzurra im EM-Viertelfinale gegen Spanien hat Wirt Remo jetzt seinen Wetteinsatz eingelöst, und über dem Eingang des Lokals prangt der neue Name: "Zum ausgeschiedenen Italiener".
So sieht also ein fairer Verlierer aus! Und was ihn darüber hinaus ganz besonders sympathisch macht, ist die Tatsache, dass er auf dem Namensschild auch noch die italienische und die deutsche Flagge verewigt hat! Immerhin – seinem Umsatz wird diese Aktion mit Sicherheit nicht schaden, schließlich hat ihm die verlorene Wette auch eine Menge Publicity eingebracht.
Seine Homepage ist übrigens derzeit nicht erreichbar; entweder ist der Server mittlerweile zusammengebrochen, oder Remo hat bereits ein Redesign der Seite in der Mache… Wer mal persönlich beim "Ausgeschiedenen Italiener" vorbeischauen möchte: Das Lokal liegt direkt am Paulinenplatz in St. Pauli (--> Lageplan).
Wer sich von diesem Viertelfinale der EURO 2008 zwischen den Niederlanden und Russland ein Offensiv-Feuerwerk erwartet hatte, sah sich enttäuscht: Bis in die zweite Halbzeit hinein neutralisierten sich beide Teams auf mäßigem Niveau.
Das änderte sich erst, nachdem in der 56. Minute Roman Pawljutschenko auf Hereingabe von Semschow aus kurzer Distanz trocken zum 1:0 für Russland einnetzte. Nun mussten die Holländer aufmachen und eröffneten den Russen damit gute Konterchancen. Die größte ergab sich in der 82. Minute, als die Russen sich zum wiederholten Male als Meister im Auslassen von Großchancen erwiesen und den Ball im Sechzehnmeterraum der Holländer vertändelten
Und als die Russen dachten, die Orangen wären bereits geschält, erzielte in der 86. Minute Ruut van Nistelrooy nach Freistoß von van der Vaart wie aus heiterem Himmel per Kopf den Ausgleich zum 1:1, und so stand es auch nach 90 Minuten – Verlängerung!
Auch hier waren die Russen das überlegene Team mit den größeren Chancen, darunter ein Lattentreffer von Pawljutschenko in der 97. Minute. Und schließlich wurden sie für ihren Offensivdrang belohnt: In der 112. Minute erzielte Torbinskij akrobatisch das 2:1 nach Hereingabe von Arschawin, der in der 116. Minute aus spitzem Winkel das 3:1 folgen ließ.
Ein überraschender, aber hochverdienter Sieg für das junge russische Team, das nun im Halbfinale auf den Sieger der Partie Italien gegen Spanien trifft, während das favorisierte Oranje-Team alle Erwartungen enttäuschte. Hier die Videos mit allen Toren des Spiels:
0:1 (56. Min.):
1:1 (86. Min.):
1:2 (112. Min.):
1:3 (116. Min.):
Weitere Videos mit Highlights und Toren der EM 2008 gibt's unter den früheren Posts in der Sidebar oder im Juni-Archiv meines Blogs!
EM 2008 Kroatien vs. Türkei 2:4 n.E. - Video (alle Tore)
Da war es, das erste Elfmeterschießen dieser Europameisterschaft! Im Viertelfinale gab es in einem der weniger attraktiven Spiele dieser EM zwischen Kroatien und der Türkei nach torloser, von den Kroaten überlegen geführter regulärer Spielzeit zunächst eine Verlängerung.
Deren Ende hatte es allerdings in sich: Als der erst in der 97. Minute eingewechselte Ivan Klasnic in der 119. Minute nach einem dicken Patzer von Torwart Rüstü zum 1:0 für Kroatien einnetzte, hätte niemand mehr einen Pfifferling für die Türken gegeben. Aber diese wurden mal wieder ihrem Ruf als Last-Minute-Scorer gerecht und glichen in der Nachspielzeit der Verlängerung durch ein Tor von Semih Semtürk zum 1:1 aus. Abpfiff – Elfmeterschießen!
Hier setzte sich dann die Türkei mit 3:1 durch, nachdem bei den Kroaten Modric und Rakitic ihre jeweiligen Elfer versiebten und der ansonsten unsichere Keeper Rüstü den Elfer von Petric abwehren konnte.
Hier die Tore aus der dramatischen Schlussphase der Verlängerung und die Entscheidung im Elfmeterschießen:
Endstand 4:2 für die Türkei, damit steht die Türkei als Halbfinal-Gegner von Deutschland fest. In dieser Form müssten die Türken im Halbfinale eigentlich für die DFB-Elf zu knacken sein! Aber wie heißt es so schön: Entscheidend ist aufem Platz – und speziell in den letzten Spielminuten sollten die Deutschen sehr, sehr wachsam sein…
Übrigens: Weitere Videos mit Highlights und Toren der EM 2008 gibt's unter den früheren Posts in der Sidebar oder im Juni-Archiv meines Blogs!
EM 2008 Portugal - Deutschland 2:3 Alle Tore (Video)
Wer hätte das gedacht? Der Löw steckt im VIP-Käfig, und die DFB-Elf zieht trotzdem im Viertelfinale gegen Portugal verdient ins Halbfinale der Europameisterschaft ein! Spieler des Tages beim 3:2-Sieg war Bastian "Schweini" Schweinsteiger, der das 1:0 der DFB-Elf selbst erzielte und die beiden anderen Tore per Freistoß vorbereitete.
Statt eines Spielberichts (kann man zum Beispiel hier oder hier nachlesen) gibt es jetzt noch mal alle fünf Tore zum Genießen:
Und weil's so schön war, hier noch mal alle Tore einzeln (mit portugiesischem Kommentar!):
22. Min.: Bastian Schweinsteiger [0-1]
26. Min.: Miroslav Klose [0-2]
40. Min.: Nuno Gomes [1-2]
61. Min.. Michael Ballack [1-3]
87. Min.: Helger Postiga [2-3]
Und jetzt würde ich mir ein Halbfinale gegen die Türkei wünschen, dann platzt am 25. Juni beim Public Viewing in der aREna Recklinghausen die City aus allen Nähten!
EM Todesgruppe C: Italien weiter - alle Tore (Videos)
Zum Abschluss der Vorrunde in der "Todesgruppe" oder "Hammerguppe" C hatten theoretisch noch drei Mannschaften aufgrund der bisherigen Konstellation die Chance, ins Viertelfinale einzuziehen, wie ein Blick auf die Vorrundentabelle vor den Spielen des 17. Juni zeigt:
Alle Rechenspielereien (bis hin zum letzten Entscheidungskriterium UEFA-Koeffizient) wären also möglich gewesen, und spätestens jetzt war klar, warum die letzten Gruppenspiele zeitgleich angesetzt (und diesmal auch auf die Sekunde zeitgleich angepfiffen) wurden…
Im Spiel gegen Italien erleidet Frankreich bereits in der 8. Minute einen herben Rückschlag: Franck Ribéry, Dreh- und Angelpunkt des französischen Spiels, verletzt sich ohne "Feindeinwirkung" und scheidet mit Verdacht auf Unterschenkelbruch aus. Und es kommt noch schlimmer: In der 24. Minute kann Eric Abidal Luca Toni im Strafraum nur durch ein Foul stoppen. Konsequenz: Platzverweis für Abidal und Elfmeter für Italien. Andrea Pirlo verwandelt sicher zum 1:0 für Italien (Tor im Video weiter unten).
Da es im Parallelspiel noch 0:0 steht, wäre Italien jetzt im Viertelfinale! Und auch zur Halbzeit wäre Italien verdient weiter, nicht zuletzt aufgrund eines fulminanten Freistoßes von Grosso in der 44. Minute an den Pfosten.
Auch die 2. Halbzeit wird in beiden Spielen auf die Sekunde zeitgleich wieder angepfiffen; Frankreich (mit nur zehn Spielern) und Rumänien (gegen die bisher noch gnädigen Holländer) müssen sich entscheidend steigern, wenn sie den Traum von Viertelfinale noch wahr machen wollen! Doch in der 54. Minute bringt Holland durch ein eher zufälliges Tor von Jan Huntelaar zum 1:0 vorläufig Klarheit ins Tabellenbild:
Rumänien braucht jetzt zum Weiterkommen zwei eigene Tore (oder den Ausgleich von Frankreich gegen Italien). Aber Italien lässt sich nicht lange bitten und baut die Führung in der 62. Minute aus: Ein abgefälschter Freistoß von Daniele de Rossi schlägt unhaltbar zum 2:0 im Kasten von Gregory Coupet ein.
Hier die Tore Italiens zum 1:0 und zum 2:0 (sorry für den schlechten Sound):
In der 74. Minute die bisher größte Chance für Frankreich, doch Keeper Buffon kann einen exzellenten Schuss von Benzema bravourös parieren. Italien verlegt sich inzwischen darauf, den Vorsprung zu verwalten. Und schließlich macht im anderen Spiel Holland alles für Italien klar: Mit einem trockenen Hammer aus spitzem Winkel erzielt van Persie das 2:0 gegen Rumänien:
Danach passiert nicht mehr viel - Abpfiff in beiden Spielen, und Italien ist verdient weiter! Hier die Abschlusstabelle der Gruppe C:
Und es ist müßig, darüber zu spekulieren, was gewesen wäre, wenn Ribéry nicht so früh ausgeschieden wäre und wenn Rumänien sich gegen die Niederlage noch entscheidend aufgebäumt hätte. Also: Herzlichen Glückwunsch an die Squadra Azzurra!
EM: Ballack ballert Deutschland ins Viertelfinale (Video)
In einem kampfbetonten, an Torchancen armen Spiel verhinderte Michael Ballack durch einen fulminanten Freistoß eine Neuauflage des Wunders (aus österreichischer Sicht) oder der Schmach (aus deutscher Sicht) von Córdoba (hier ein Spielbericht).
Nachdem Mario Gomez in der 5. Minute freistehend einen Meter vor dem Tor die größte deutsche Chance des Spiels kläglich versiebt hatte, musste Ballack den Hammer auspacken, um die Verhältnisse doch noch zurecht zu rücken: Aus 25 Metern ballerte er in der 49. Minute bei seinem Freistoß den Ball mit gemessenen 121 km/h am chancenlosen Torwart Macho vorbei ins Netz.
Und dieses Tor ist absolut sehenswert:
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sich die DFB-Elf im Viertelfinale gegen Portugal noch einmal deutlich steigert!
EM 2008 - Video: Holland, Oranje und die Welpies von Albert Hejn
Für die Niederlande geht der EM-Traum in Orange jetzt erst so richtig in die heiße Phase. Tatkräftig unterstützt wird der Oranje-Hype seit Wochen von der Supermarkt-Kette Albert Hejn (AH), die in einem TV-Werbespot zeigt, was man als Fußball-Fan mit der Farbe Orange so alles anstellen kann. Musikalisch untermalt wird der Spot von einem schmissigen Gute-Laune-Song ("Alle Welpies helpen"), der sich anhört, als wäre er direkt einer deutschen Karnevals-Kampagne entlehnt…
Natürlich wäre ein Werbespot kein Werbespot, wenn er sich ausschließlich der Förderung des Nationalbewusstseins und der kulturellen und sportlichen Identität widmen würde. Und so spendiert AH seinen Kunden für jeden Einkauf ab 15 Euro ein so genanntes "Welpie", einen flauschigen kleinen Stofflöwen, mit dem der Fußballfan seine Verbundenheit mit der Nederlands Elftalnach außen hin noch zusätzlich unter Beweis stellen kann:
Ein sympathischer, humorvoller und selbstironischer TV-Spot mit echtem Kultpotenzial!
In einem mitreißenden EM-Vorrundenspiel packte das niederländische Team perfekte Sturm- und Konterqualitäten aus und besiegte in Bern Frankreich mit 4:1. Respekt, insgesamt 7 Tore gegen den amtierenden Weltmeister Italien und gegen Vize-Weltmeister Frankreich, die aber trotzdem in ihrem direkten Duell am letzten Spieltag noch eine Chance auf die Viertelfinal-Teilnahme haben. Es sei denn, Holland patzt dann gegen Rumänien. Doch wer würde das schon ernsthaft erwarten?
Hier gibt es noch mal alle Tore dieses tollen Spiels zum Genießen:
1: 0 Dirk Kuyt (10. Minute)
2:0 R. van Persie (59. Minute)
2:1 Thierry Henry (71. Minute)
3:1 Arjen Robben (72. Minute)
4:1 Wesley Sneijder (Nachspielzeit)
Und abschließend noch ein kleines Ständchen für die guten Holländer, die wir noch vor zwei Jahren mit unflätigen Gröhlgesängen ("Ohne Holland fahr'n wir zur WM") so übel verhöhnt haben: Götz Wiedmann mit seiner Liebeserklärung an Holland…. ;-)
Aus gegebenem Anlass: Danke an Kroatien für ein tolles Spiel!
Ihr habt dafür gesorgt, dass sich diese Statistik bald ändert! Am Abend des 15.6. werden wir wissen, ob es für die österreichischen Kicker 30 Jahre nach dem Wunder von Córdoba* auch das Wunder von Wien gibt...
*Córdoba: Wallfahrtsort in Argentinien, wo seit 1978 zahllose Pilger aus Österreich dem Fußballgott ihre Referenz erweisen.
Heiße Diskussionen gab es gestern beim EM-Spiel der Niederlande gegen Italien: Stand Ruud van Nistelrooy beim 1:0 im Abseits oder nicht? Selbst der vermeintliche ARD-Fußballexperte Günter Netzer war angesichts der Regelauslegung des schwedischen Schiedsrichters Peter Fröjdfeldt baff: Was nach einer deutlichen Abseitsstellung aussah, war in Wirklichkeit keine!
Hier zunächst noch einmal ein Video des strittigen Tores:
Nach der Parade von Torwart Buffon kommt der Ball zu Wesley Sneijder, der zieht scharf ab, und Ruud van Nistelrooy schiebt aus abseitsverdächtiger Position ein. Hier zur Erinnerung noch mal die offizielle Abseitsregel (Regel 11) aus dem FIFA-Regelwerk:
Hieraus lässt sich allerdings noch nicht ableiten, ob es Abseits war oder nicht. Also schauen wir uns die Torsituation noch mal genau an (Foto: dpa):
Italiens Verteidiger Christian Panucci liegt bereits während des entscheidenden Abspiels hinter der Grundlinie und hebt damit das Abseits auf. In diesem Fall greifen nämlich die Zusatzbestimmungen und Richtlinien für Schiedsrichter im FIFA-Regelwerk, in denen es heißt:
Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen und verwarnt den verteidigenden Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung, weil er das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters absichtlich verlassen hat.
Pannucci war bereits vor der fraglichen Spielsituation von seinem eigenen Keeper Buffon bei dessen Freistoß-Parade ins Toraus befördert worden. DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell interpretierte die Regel gegenüber dem Tagesspiegel so: "Das Tor ist korrekt, die Entscheidung des Schiedsrichters richtig. Ein Abwehrspieler kann einen Angreifer nicht abseits stellen, nur weil er sich hinter der Torlinie befindet. In diesem Fall lag der Spieler unabsichtlich hinter der Linie und wird deshalb auch nicht verwarnt, wie es von der Regel im Absichtsfalle verlangt wird. Dennoch ist er Teil des Spiels und hebt damit eine Abseitsstellung auf."
Und auch Eugen Strigel, Schiedsrichter-Lehrwart des DFB und baden-württembergischer Meister des gepflegten Hochdeutsch, war der Meinung: "Der verteidigende Spieler zählt in diesem Fall mit, als wäre er auf dem Spielfeld". Ein Stürmer könne sich allerdings einer Abseitssituation durch den Aufenthalt hinter der Grundlinie entziehen.
Also: Alles korrekt, ein dickes Lob an Herrn Fröjdfeldt – und wir alle haben wieder ordentlich was dazu gelernt…