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Don Farrago: Vatikan: Die Zehn Gebote für Autofahrer

Mittwoch, 20. Juni 2007

Vatikan: Die Zehn Gebote für Autofahrer

Am 19. Juni hat der Päpstliche Rat für die "Seelsorge an Migranten und Menschen unterwegs" einen Verhaltenskodex mit dem Titel "Richtlinien für eine pastorale Verhaltensweise auf der Straße" herausgebracht. Die hohe Zahl der Verkehrstoten und Verletzten sei nicht hinnehmbar, so der Präsident des Rats, Kardinal Renato Raffaele Martino. Die Kirche halte es daher für notwendig, sich um die seelsorgerischen Bedürfnisse von Kraftfahrern zu kümmern, weil Autofahren ein wichtiger Teil des heutigen Lebens sei.

Die "Zehn Gebote für Autofahrer" sollen zu Verantwortungsbewusstsein und Selbstkontrolle mahnen und als Teil eines insgesamt 36-seitigen Dokuments zum Verhalten auf der Straße in Kirchengemeinden verteilt werden. Zudem enthält das Dokument Ratschläge, wie sich Autofahrer vor Gefahren auf der Straße schützen können. So solle sich der Autofahrer vor jedem Reiseantritt bekreuzigen und auf der Fahrt einen Rosenkranz beten - weil dessen "Rhythmus und sich wiederholendes Muster nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers ablenken".

Hier die "Zehn Gebote für Autofahrer" im vollständigen Wortlaut:

1. Du sollst nicht töten.

2. Die Straße soll ein Ort der Zusammenkunft von Menschen sein, kein Ort tödlicher Verletzungen.


3. Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und Klugheit werden Dir helfen, mit unvorhergesehenen Zwischenfällen fertigzuwerden.


4. Sei mildtätig und hilf Deinem Nachbarn in Not, vor allem hilf Opfern von Unfällen.


5. Autos sollen kein Ausdruck von Macht oder Dominanz sein und keine Mittel zur Sünde.

6. Sei wohltätig und unterstütze die Jungen und nicht so Jungen, dass sie nicht fahren, wenn sie nicht in dem entsprechenden Zustand dazu sind.

7. Unterstütze die Familien von Unfallopfern.


8. Bringe Schuldige an Unfällen und ihre Opfer zusammen zur rechten Zeit, damit sie die befreiende Erfahrung von Vergebung erleben können.


9. Schütze die schwächeren Verkehrsteilnehmer auf der Straße.


10. Fühle Dich für andere verantwortlich.


Die Online-Ausgabe der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" hat diese Gebote im Rahmen einer Fotostrecke anschaulich auf den Punkt gebracht:

Hier geht's zur kompletten Fotostrecke.

Naja, im Prinzip nicht viel Neues, oder? Das hätte man auch etwas kürzer sagen können… zum Beispiel so:




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3 Kommentare:

Am/um 20.06.07, 23:42 , Anonymous Claudia meinte...

Nun ja. Das mit der Vergebung und das mit der Verantwortung für andere Fahrer steht nicht in der StVO, sonst geb ich Dir recht. Aber vielleicht macht der ein oder andere Autofahrer sich einen guten Gedanken mehr, wenn er auf diese Weise dazu aufgefordert wird. Man soll ja nichts unversucht lassen...

 
Am/um 21.06.07, 00:20 , Blogger Don Farrago meinte...

Ich finde, die meisten der in Stein gemeißelten Maximen aus Exodus 20, 2-17 und/oder Deuteronomium 5, 6-21 sind ohnehin schon für ein ethisches Leben ausreichend!

Natürlich konnte seinerzeit niemand voraussehen, dass auch das Poppen in einer Stretch-Limo einen Heidenspaß machen kann...

 
Am/um 21.06.07, 16:34 , Anonymous Claudia meinte...

Recht hast! Und sprachgewaltiger abgefaßt ist Exodus auch als diese zehn Gebötchen.
Was die bevölkerungspolitisch relevante Zweckentfremdung einer Limousine angeht, kann ja niemand ernsthaft was dagegen haben. In der Situation wird das Wort "Verkehrsunfall" zu einer gehässigen Bezeichnung eines vermutlich sehr niedlichen Menschen...

 

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