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Don Farrago: Heinrich Heine & Robert Gernhardt; Heino

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Heinrich Heine & Robert Gernhardt; Heino

Heinrich Heine

Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 geboren. Da wir uns ja noch im Heine-Jahr befinden (anlässlich seines 150. Todestags am 17.2.2006), gibt es allerdings kaum etwas, was in diesem Jahr nicht schon über ihn gesagt worden wäre.

Also erspare ich mir eigene Ergüsse, erkläre, dass Heine mit all seinen Facetten zu meinen Lieblings-Schriftstellern gehört und gestehe gleichzeitig, dass ich auch heute noch gern zum "Buch der Lieder" greife.

Ein meiner Meinung nach sehr guter Artikel über Heines Leben, Wirken und Werk findet sich in einem aus der WAZ entlehnten Artikel in der Lyrikwelt.

Von Heine ist es übrigens nicht weit zu...


Robert Gernhardt

Das Hirn,
ich will es euch nicht länger mieten.
Die Stirn,

ich will sie euch nicht länger bieten.

Das Herz,

ich will es euch nicht länger borgen.
Den Rest,
den müsst ihr dann schon selbst entsorgen.


Robert Gernhardt, am 13.12.1937 in Reval/Estland geboren, studierte Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin. Er lebte als freier Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist in Frankfurt am Main und verstarb – viel zu früh – am 30. Juni 2006.

Als Mann der ersten Stunde bei "Pardon" und "Titanic" war er Mitbegründer der so genannten "Neuen Frankfurter Schule", der neben ihm noch Koryphäen wie F.W. Bernstein, Bernd Eilert, Eckard Henscheid, Peter Knorr, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter angehörten.

Er veröffentlichte u. a. sieben Gedichtbände: "Besternte Ernte" (mit F.W. Bernstein), "Wörtersee", "Körper in Cafés", "Weiche Ziele", "Lichte Gedichte", "Im Glück und anderswo" und "Die K-Gedichte". Zudem hat Robert Gernhardt gemeinsam mit Klaus Cäsar Zehrer den Band "Hell und Schnell. 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten" herausgegeben. Für sein Werk wurde Robert Gernhardt mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Bertolt-Brecht-Preis, dem Erich-Kästner-Preis, dem Joachim-Ringelnatz-Preis und dem Heinrich-Heine-Preis. Posthum wurde ihm dann noch der Wilhelm-Busch-Preis verliehen, und ebenfalls nach seinem Tode wurde sein letzter Gedichtband "Später Spagat" veröffentlicht.

Für mich ist Robert Gernhardt einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache. Seine Meisterschaft: der elegante Balanceakt zwischen Leichtem und Schwerem, zwischen der Komik des Lebens und dem bitteren Ernst menschlichen Strebens. Er war ein Virtuose, der sich auf unsere Zeit und die Gegenwart einen unverwechselbaren Reim – und nicht nur einen! – machte.

So etwas wie seinen eigenen Grabsteinspruch hat Gernhardt 1976 in "Besternte Ernte" übrigens schon selbst verfasst:

Lieber Gott, nimm es hin, /
dass ich was Besond'res bin.
/
Und gib ruhig einmal zu,
/
dass ich klüger bin als du.
/
Preise künftig meinen Namen,
/
denn sonst setzt es etwas. Amen.


In diesem Sinne, Robert: Du bist was Besonderes – und das nicht nur wegen der berühmten Elche von 1966, die du dir allerdings mit F.W. Bernstein teilen musst:

Die schärfsten Kritiker der Elche
/
waren früher selber welche.

Aber du wärest nicht du gewesen, wenn du da nicht noch einen draufgesetzt hättest:

Und die Kritiker der Molche
/
waren früher ebensolche.

Und hier noch ein paar feine weiterführende Links zu Robert Gernhardt:

WDR.de (mit 10-minütigem Interview-Audio)
WDR.de
(mit kurzen Interview-Audios und einem guten Heine-Link)
Literaturwelt (mit einem feinen Nachruf)
Side Effects (mit weiteren Nachruf-Links)
HR-online
(Robert Gernhardt und Marcel Reich-Ranicki plaudern über Heine und Heino)

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Und schon sind wir bei meiner Frage aus dem "Nachschlag zum 12.12.": Was hat bloß der Hauruck-Plattmusikbarde Heino mit Heine gemeinsam? Riiichtich... er feiert heute auch Geburtstag, und zwar seinen 68.


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