Brasilien: Ordnung und Fortschritt
"Ordnung und Fortschritt" – so lautet das Motto auf der brasilianischen Flagge. Doch genau dies ist auch Brasiliens Dilemma. Immer noch tut sich die Politik schwer mit der extrem ungleichen Landverteilung, und auch Präsident Lula konnte seiner angestrebten Rolle als Reformer bisher nicht gerecht werden. Er steckt nach wie vor in der Zwickmühle zwischen wirtschaftlichen Erwägungen einerseits und den Ansprüchen und Forderungen der Landlosen ("os sem-terra") und ihrem zuweilen radikalen sozio-politischen Sprachrohr MST andererseits.
Wie schmal dabei der Grat zur Eskalation ist, zeigt dieses Video, in dem indigene Landbesetzer am 16. April 2007 von der Militärpolizei aus dem besetzten Gebiet vertrieben werden:
Am 11. März 2008 ging die Polizei brutal mit Schlagstöcken, Tränengas und Hunden gegen eine Gruppe von Indios vor, um ein besetztes Gelände zwischen Manaus und Itacoatiara (Bundesstaat Amazonas) zu räumen und so die Ansprüche eines japanischen Investors durchzusetzen:

Ich liebe Brasilien (ich habe selbst eine Zeitlang dort gelebt und gearbeitet), aber bei solchen Bildern kriegt diese Liebe immer wieder einen Knacks. Irgendwie schleicht sich da bei mir im Hinterkopf unweigerlich noch ein anderes Bild ein…
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