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Don Farrago: Bumsi, der Biathlon-Problembär

Mittwoch, 7. Februar 2007

Bumsi, der Biathlon-Problembär


Marketingstrategien gehen ihre eigenen Wege. Punkt. Goleo, der deutsche Fußball-WM-Löwe ohne Unterleib, hat zwar seine Herstellerfirma fast in den Ruin getrieben, wurde jedoch dann aufgrund der Leistungen der deutschen Nationalmannschaft doch noch zu einem Verkaufsschlager. Und keinen hat später mehr interessiert, was unterhalb seiner virtuellen Gürtellinie vor sich ging.

Hanniball, unser Handball-WM-Biberbär, lag da zwar vom Namen her schon näher am Thema, wird aber trotz des noch größeren Erfolgs unserer Handball-Cracks wohl kaum die Verkaufszahlen eines Goleo erreichen.

Und jetzt haben wir bei der Biathlon-WM den (die, das?) Bumsi... ein braunes Bärtier, das die Meinungen spaltet, von den Zuschauern geliebt und in handlichem Format von Kindern zärtlich geknuddelt wird. Die Veranstalter in Antholz beteuern, dass der Name einen tieferen Sinn hat: Beim Schießen macht es schließlich "Bum", deshalb "Bumsi". Naja, dann hätte es ja auch "Knalli", "Pengpeng" oder "Puffy" heißen können! Oder so.

Aber schließlich haben die Bumsis schon seit der WM 1995 in Antholz einen besonderen Stellenwert – als Maskottchen oder in Form der livehaftigen Bumsibären, die sich zu zweit oder zu dritt im Schnee wälzen, neben der Piste herlaufen und den Zuschauern einheizen. Und ausgerechnet jetzt, nach einer Fülle hämischer Kommentare aus deutschen Landen, bekritteln Südtiroler Werbestrategen die Namensgebung, bei der Einheimische doch nur an das denken, was man hört – und nicht an das, was wir Deutschen uns in unserer schmutzigen Phantasie dabei vorstellen!

Vielleicht hat das Missverständnis etwas mit der unterschiedlichen Sprachentwicklung im Laufe der Zeit zu tun: Bei uns hat "bumsen" zwar auch noch eine akustische Komponente ("Da hat's ordentlich gebumst/gekracht/geknallt", z.B. bei einem Verkehrsunfall), aber es überwiegt mittlerweile der sexuelle Aspekt, weniger das Geräusch...


Sei's drum: Ich finde die Bumsis gut! Rustikal, ein bisschen provinziell, der lokalen (weißen) Scholle verhaftet und sehr nett und sympathisch!

PS: Natürlich wäre das Thema "Problembär" ohne Edmund Stoibär nur unvollständig abgehandelt...
Kuckstu hier!



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